Veranstaltung |  07 Dez 2021 | 18:30 Uhr | Aula Holzgartenstraße & Youtube-Stream

ABGESAGT: Artefakte mit „Frankfurter Hauptschule“

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Coronabedingt begrüßen wir die Frankfurter Hauptschule zum Beginn des Sommersemesters 2022. 

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ (Theodor W. Adorno, Minima Moralia)

Sie provozieren und erforschen Schmerzgrenzen: Gegen Gentrifizierung spritzen sie sich Heroin, sie bewerfen Goethes Gartenhaus in Weimar mit Klopapier, platzieren ein ausgebranntes Polizeiauto als Fotokulisse im öffentlichen Raum. Sie lassen Liebesschlösser von Brücken entfernen und einschmelzen oder rauben ein Kunstwerk aus einer Ausstellung, an der sie selbst teilnehmen. 

Das Künstlerkollektiv Frankfurter Hauptschule aus dem Umfeld der Städelschule setzt seine subversiven künstlerischen Aktionen als Abgesang an den Glauben der Subversion ein. Die kritische Theorie und die Dialektik der Aufklärung des berühmten Namensvetters Frankfurter Schule mutieren bei den Künstlern zu kritischer Wellness und dem Recht darauf, alles Scheiße zu finden. Die Hauptschüler-Späße treffen dabei ins Mark der ach so politisch-korrekten Kunstwelt und entlarven diese als selbstzerstörende Prophezeiung. Der Frankfurter Polizeipräsident ist alarmiert, der thüringische Staatschutz ermittelt, die Pressemeldungen von Bild bis Spiegel überschlagen sich, und die Netzgemeinde tobt und verurteilt den ‚Idiotismus‘.

Jetzt kommen zwei Vertreter*innen des berühmt-berüchtigten Kollektivs FHS zur Lecture-Performance in die Artefakte, um im Anschluss mit Robert Eikmeyer (vielleicht) ihre Strategie der Unterlassung zu diskutieren. 

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Coronabedingt berüßen wir die Frankfurter Hauptschule zum Beginn des Sommersemesters 2022. 

Foto: © Frankfurter Hauptschule

Pressekontakt: birgit.meyer(at)hs-pforzheim(dot)de, Tel: +49 (7231) 28-6718