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BKV-Belobigung für Franziska Vogt

Franziska Vogt, Schmuck-Absolventin der Hochschule Pforzheim, hat für ihre Abschlussarbeit „Pushing Daisies“ eine Belobigung beim diesjährigen BKV-Preis für Junges Kunsthandwerk erhalten. Der Bayerische Kunstgewerbeverein BKV lobte den Preis zum dreizehnten Mal aus. Die Auszeichnung erhielt Franziska Vogt während der Internationalen Handwerksmesse in München.

„Pushing Daisies“ geht auf die englische Redewendung „pushing up the daisies“ zurück: Die Gänseblümchen nach oben drücken, oder, sinngemäß „die Radieschen von unten ansehen“. Franziska Vogt erforschte in ihrer Abschlussarbeit das Leben und Sterben von Materialien. Wann sterben Materialien? Was geschieht dann mit ihnen? Wann und wie äußert sich diese Werteverschiebung? Glas und Kunststoff sind beides klassische Wegwerf- bzw. Einmalprodukte, obwohl sie das ihrer Eigenschaften halber nicht sein müssten. Beide Stoffe sind menschengemacht, synthetisch; sie könnten sich ähnlicher und zugleich fremder nicht sein. Glas ist das älteste künstlich hergestellte Material, Kunststoff das jüngste. Franziska Vogt lotete für ihre Körper-Objekte die Grenzen im Material aus – mit einer Vielzahl von Techniken wie unter anderem dem Kunststoff-Spritzgießen und -extrudieren sowie dem klassischen Glasblasen. Dass sie für diese Material-Forschung nun ausgezeichnet wurde, freut sie: „Der Wettbewerb ist sehr renommiert und ich nutze die Ausstellung in der Münchner Galerie, um neue Kontakte zu knüpfen“, sagt die 32-Jährige, die sich gerade mit ihrem Label „yccij“ in Berlin selbstständig machte. Ihre ehemalige Professorin Christine Lüdeke, Studiengangleiterin Schmuck an der Pforzheimer Fakultät für Gestaltung, schätzte die Abschlussarbeit schon in der Prüfung als wegweisend ein: „Auf eine sehr präzise und doch spielerische Art gelingt es ihr, mit zwei alltäglichen Materialien in der Querbefruchtung ungewohnte ästhetischen Sprachen zu schaffen. Unsere Beziehung zu ihnen und ihre Wertigkeiten werden so in ein neues Licht gesetzt. Die entstandene Gestaltungshaltung verführt uns und regt dadurch zum Nachdenken an.“

Die Jury begründete die Belobigung mit der Auseinandersetzung sowohl mit umweltpolitischen als auch mit philosophischen Fragestellungen. Die Schmuckkünstlerin und Objektdesignerin hinterfrage Wertigkeit, Haltbarkeit und Endlichkeit dieser so gegensätzlichen Werkstoffe. Der 2006 erstmals ausgelobte BKV-Preis für Junges Kunsthandwerk fand findet jährlich statt. Aus insgesamt 98 Einreichungen aus 20 Ländern ermittelte die Jury drei Preisträger und zwei Belobigungen.

Fotos: Sebastian Heck (Objekte) und Karina Hagemann (Ausstellung)

Pressekontakt: birgit.meyer(at)hs-pforzheim(dot)de, Tel: +49 (7231) 28-6718