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"Eventtalk" von Marco Jan Büttner

Kongressbesucher kennen das leidige Problem: Viele interessante Menschen – aber wo trifft man sie an und wie kommt man mit ihnen ins Gespräch? Dieser Frage nahm sich Marco Jan Büttner in seiner Abschlussarbeit an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim im Sommersemester 2016 an. Der Absolvent des Studiengangs Intermediales Design entwickelte eine App, die Kongressbesucher zusammenführt. Mit der App „Eventtalk“ wird reale Kommunikation digital unterstützt.

Mit welcher Motivation werden Konferenzen und Messen besucht? „Das erste Ziel ist bei vielen Teilnehmern aus dem Business-Bereich, Menschen zu treffen, die an ähnlichen Themen arbeiten und Kontakte zu knüpfen“, so die Recherche von Marco Jan Büttner in seiner Abschlussarbeit. An diesem Punkt setzt der Pforzheimer Absolvent an: Seine App „Eventtalk“ verknüpft diese beiden Bedürfnisse, indem sie Möglichkeit zur Vernetzung mit anderen Besuchern gibt. Natürlich dient die App auch der Planung und der Organisation der Konferenzreise.

Nach der Eingabe der persönlichen Daten hinterlegt der Nutzer seine Interessensfelder in der App, so können ihm passende Veranstaltungen vorgeschlagen werden. Nach dem Buchen eines Events beginnt dann bereits die Vernetzung. Der Nutzer wird benachrichtigt, sobald sich weitere Besucher registrieren. Er kann sich einzelne Personen vormerken, deren Profile einsehen und eventuell Verabredungen treffen. Kern der App ist eine sogenannte User Journey Map, über die das Nutzerverhalten von Kongressbesuchern nachverfolgt werden kann. Die einzelnen Schritte eines Kongressbesuches werden so in einer virtuellen Karte verzeichnet - von der Reiseplanung für die Veranstaltung bis zum Abschluss und der Nachbereitung, bei der beispielsweise neuen Kontakte gespeichert sowie aktiviert werden.

„Mir war wichtig, dass die App die Kommunikation nicht ersetzt, sondern sie erst ermöglicht und digital unterstützt“, sagt Marco Jan Büttner. In Ergänzung zur App hat der Absolvent einen Multitouch-Tisch und ein Deckenelement entworfen, die beim Event selbst als Treffpunkt und digitale Austauschplattform dienen. Die App, der Tisch und das Deckenelement agieren mit- und untereinander. Die Grenze zwischen digital und real wird dabei durch den geschickten Einsatz der Technik fast aufgehoben. Themen werden auf dem Tisch angezeigt, andere Besucher können kontaktiert und eingeladen werden, Notizen zu Vorträgen werden aufgezeichnet und auf das Smartphone gespeichert, neue Informationen werden dazu gespielt oder andere Themen aufgerufen. Eine optionale Spracherkennung ermöglicht das Verfolgen von Gesprächen und deren Analyse. Stichworte zu den Gesprächen erscheinen auf der Multitouch-Fläche und sind mit anderen Nutzern teilbar. Die Daten zu den getroffenen Personen werden in der App gesammelt und mit weiterführenden Informationen zum Treffpunkt und zum thematischen Austausch hinterlegt.

„Ich wollte den visual noise, also den visuellen Geräuschpegel niedrig halten, damit die Nutzer sich schnell zurechtfinden. Immerhin liegt der Fokus am Ende auf dem persönlichen Gespräch und nicht darauf, viel Zeit mit dem eigenen Smartphone zu verbringen“, erklärt der 26-Jährige seine grafische Umsetzung, bei der er großen Wert auf Reduktion legt. „Im Bereich ‚Event Experience’ werden digitale Formate immer wichtiger“, erklärt Professor Wolfgang Henseler, der die Abschlussarbeit an der Hochschule Pforzheim betreute. „Viele Veranstalter sind auf der Suche nach neuen Lösungen wie dieser, denn sie stellt auf eine sehr innovative Art zwei wichtige Verbindungen her: die zwischen der analogen und der digitalen Welt sowie zwischen inhaltlicher Ausrichtung und dem social networking.“

 

Pressekontakt: birgit.meyer(at)hs-pforzheim(dot)de, Tel. +49 (7231) 28-6718