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Hans König – 24.8.1940 – 15.10.2018

Die Fakultät für Gestaltung trauert um ihren ehemaligen Kollegen Hans König. Der ehemalige Leiter der Goldschmiede-Werkstatt verstarb am 15. Oktober 2018 im Alter von 78 Jahren.

Mit Schmerz und Trauer versuchen wir den plötzlichen Tod unseres geliebten Herrn König zu verkraften.

Der Studiengang Schmuck ist von ihm auf allen Ebenen geprägt. Wie kann man alles, was er uns gebracht hat, in Worten und Auflistungen erfassen? Ja, er war Werkstattleiter der Goldschmiedewerkstatt ab 1978. In sich eine beträchtliche Zeit. Aber alle, die das Glück hatten, mit ihm zu arbeiten, verstehen das Tausendfache hinter dieser klaren Beschreibung. Seine Gabe als Meister, als Mensch war sein inhärenter Glaube an den Menschen, und das Verständnis, dass dies zu unterstützen und fördern der Schlüssel zu Allem ist. So einfach und so wahr.

Er verkörperte das in seinem Umgang mit Kollegen und Studierenden – sein Motto war, Können ist da, um es weiter zu entwickeln. Neugierde und die Lust am Machen widersprechen fachlicher Kompetenz nicht. Er verwöhnte uns auch – nichts ging nicht; nichts wurde nicht probiert (verantwortungsvoll, selbstverständlich); wenn es halt zeitlich etwas länger dauerte, kein Ding. Wer lebte nicht an seinem begeisternden Lachen auf, wenn etwas Unvorhergesehenes gelungen war? Er bekräftige alle in ihrer persönlichen Entwicklung und in der qualitativ hohen Umsetzung ihrer Ideen, ein wichtiges Wahrzeichen dieses Studiengangs.

Er lebte das selbst vor. Seine Begeisterung und Neugierde für mehr als das Goldschmieden führte ihn dazu, immer mit voller Energie alles Zusätzliche zu unterstützen und mitzumachen … Workshops, Exkursionen, Ausstellungen. Durch seine Liebe für die Keramik nahm er nach seiner Pensionierung einen Lehrauftrag an, um uns darin zu unterstützen. Wie im kleinen Revue an der letzten Werkschau offensichtlich, ermöglichte er so eine unglaubliche Bandbreite an fundiertem und gestaltungsförderndem Experimentieren, das auch folgende Generationen, die ihn persönlich nicht kennen, begeistert. Er hat sich selbst nie in den Vordergrund gerückt, und dennoch war und ist er omnipräsent.

Zugleich war er ein Kämpfer und Stratege. Dieser Studiengang – sowie die ganze Fakultät für Gestaltung – war in seinem Blut. Er kannte alle und alles und in seiner anständigen und doch beständigen Art hat er immer versucht, sinnvolle und faire Lösungen zu finden, und uns in deren Suche darin auch zu unterstützen. Jeder Rückschlag, jede unnachvollziehbare Entscheidung war für ihn ein physikalischer Schmerz. Meine Basis, als ich frisch berufen war, hieß "frag' den Hans". Eigentlich hat das nie aufgehört.

Und somit schätzen wir uns glücklich, trotz tiefer Trauer, ihn ständig um uns spüren zu können. Er lebt weiter in unserem Umfeld, in unserem Tun, in unserem Geist. 

Lieber Hans, Du warst so stark, dass wir Dich vermissen werden. Du warst so stark, dass Du bei uns bleibst.

Christine Lüdeke, Professorin Schmuck im Namen der Fakultät für Gestaltung