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Veranstaltung |  12 Okt 2018 |  18:30 Uhr | Kommunales Kino Pforzheim

„Koudelka Shooting Holy Land“ mit Einführung von Prof. Dr. Silke Helmerdig

In der Reihe „Kunst – Architektur – Design“ zeigt das Kommunale Kino Pforzheim gemeinsam mit dem Kunstverein und der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim den Film „Koudelka Shooting Holy Land“ über die Arbeit des französisch-tschechischen Fotografen Josef Koudelka in Israel. Der Film bietet einen einzigartigen Einblick in den kreativen Prozess auf seiner Reise entlang der Mauer, die Israel und Palästina trennt. Dr. Silke Helmerdig, Professorin für Künstlerische Fotografie an der Fakultät für Gestaltung, führt in den Film ein: „Der Film begleitet Josef Koudelka bei dem Projekt, das exemplarisch für sein Arbeiten und sein Interesse am Thema Trennung gesehen werden kann.“ Die Vorstellung samt Einführung findet am Dienstag, 16. Oktober 2018 um 18:30 Uhr, im Kommunalen Kino statt. 

Die neun Meter hohe Mauer in Israel erschütterte Josef Koudelka zutiefst. Er beschließt, an einem Fotoprojekt über die Mauer teilzunehmen. Der damalige Fotografiestudent Gilad Baram wird sein Assistent. Aus dieser Zusammenarbeit entsteht die Idee für den Film „Koudelka Shooting Holy Land“. Die Begegnungen unterwegs und die fast schmerzhaft scharfen Bilder zeigen ein Land, das durch Kilometer einer gigantischen Mauer geschunden und zerstört ist. Seine imposanten Schwarz-Weiß-Bilder von der Grenzmauer zwischen Israel und Palästina manifestieren in ihrer Strenge und Nüchternheit die Absurdität der tiefen Kluft zwischen den Nachbarn. Aufnahmen der von Betonmauern und Stacheldraht zerrissenen und zerstörten Landschaft sprechen vom tragischen Wahnwitz eines Konflikts, der aus einem Land mit zwei Völkern zwei Gefängnisse macht. „Mit ‚Koudelka shooting Holy Land‘ können wir Koudelka beim Arbeiten zuschauen. Jedes Mal verändern sich die Situation und sein Blick. Er nähert sich Orten bereits mit einer Vorstellung, die er durch genaues Schauen und kleinste Veränderungen seiner Position in Bilder zu verwandeln sucht“, erklärt Silke Helmerdig. „Die Mauer in Israel werden zum Sinnbild für das Leben so vieler Menschen, die hinter Mauern oder Grenzen leben, im Exil ohne Möglichkeit zur Rückkehr, bestimmt von äußeren Umständen“, so Helmerdig.

Josef Koudelka wurde 1938 in der Tschechoslowakei geboren. Bekanntheit erlangte er durch seine Fotografien, die 1968 während des Einmarschs der Sowjetunion in Prag entstanden und von der Fotografenagentur Magnum veröffentlicht worden sind. Stets bestand die Gefahr, dass seine Urheberschaft aufgedeckt wird. Deshalb entschied er sich, nach einer Reise in den Westen, nicht wieder in seine Heimat zurückzukehren. „Geprägt vom Leben hinter dem Eisernen Vorhang und vom Exil werden Trennung und Ausgrenzung zu seinen Hauptthemen“, fasst Silke Helmerdig das Wirken des Fotografen zusammen. 


Nächste Termine der Reihe:
Die Dokumentation „Why Are We Creative?” des Filmemachers Hermann Vaske mit einer Einführung von Professor Matthias Kohlmann. Dienstag, 30. Oktober 2018 um 18:30 Uhr.