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DESIGN PF - Fakultät für Gestaltung

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La Biostéthique Fashion Awards

Auch in diesem Jahr bezeugen die Preisträger des „La Biosthétique Fashion Awards“ das hohe Niveau des Studiengangs Mode der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim. Am Samstag, den 16. Juli 2017, wurden sie von der Jury-Vorsitzenden und Pforzheimer Mode-Professorin Sibylle Klose und Leanne Rae Wierzba aus England gekürt. Die Londoner Kuratorin, Editorin und Trendforscherin Wierzba übergab die drei Förderpreise – Prix de Style, Prix d’Innovation, Prix de Concept Contemporain sowie einen Sonderpreis, den Prix du Jury. Die Bachelor-Abschlussarbeiten überzeugten die sechs Modeexperten in der Jury mit ihrer großen Vielfältigkeit und Qualität. 

In der heutigen Bilderflut ist das Auge der Kernkonsument, alle anderen Wahrnehmungssinne werden an den Rand gedrängt. Wenn Mode multi-sensuelle Materialien einsetzt, werden Textilien zum Innovationsstifter. Sinja Hippler hat in ihrer Kollektion „intermodal“ alle Sinne miteinander verknüpft. „Sinnlichkeit in der Mode meint nicht Erotik, sondern Verlangen nach Material, Strukturen, nach Form und Farbe“, sagt die Designerin. Einfache Formen erhalten ihre ganz individuelle Dynamik durch Falten, Gummibänder oder durch das Drucken in mehreren Schichten. Sinja Hipplers Kollektion „intermodal“ überzeugte die Jury in ihrer Originalität, Kreativität und Design-Innovation und erhielt den La Biosthétique Prix d’Innovation. 

Mit einem inspirierenden Blick auf Pforzheim interpretiert die Kollektion „Wear PF“ Schönheit im Kontext des modernen Zeitgefühls: In der Mode verschwimmen die Grenzen zwischen schön und hässlich, es herrscht eine „totale Abwesenheit von gutem oder schlechtem Geschmack“, formuliert es der Philosoph Wolfgang Welsch. Klassische Schönheit hat an Bedeutung verloren und klassische Hässlichkeit wird zu einer eigenen Art von Schönheit. Elisa Paulina Herrmann weiß, dass Pforzheims Identität vielschichtig ist, ein Zusammenspiel von hässlich und schön, eine Multi-Kulti-Stadt, die eine ganz eigene Ästhetik besitzt. Für Ihre Kollektion hat sie sich mit dem Stadtbild Pforzheims beschäftigt und dessen Wandel nach der Zerstörung am 23. Februar 1945. „Die Formel „Hässlich + Schön = Perfektion“ ist für mich zeitlos gültig und maßgebliche Basis meiner Kollektion“, sagt die Designerin. Die Jury lobte die Stilschärfe der Kollektion und verlieh Elisa Paulina Herrmann den La Biosthétique Prix de Style.

Müssen wir für jede Situation einen Namen haben, für jedes Gefühl einen Titel? Nein, zeigt Marvin Schramm mit seiner Kollektion „Untitled“, die zukunftsweisend neue Ansätze im Design aufweist. Inspirationsquelle der Abschlussarbeit war die kanadischen Künstlerin Agnes Martin, die für pastellige Malerei mit Linien und Streifen steht. Marvin Schramm verweigert sich ebenfalls einer Zuordnung und zeigt dadurch gleichzeitig neue Perspektiven auf: Materialien verlieren ihre Oberflächen und lassen neue Strukturen entstehen. Farben scheinen sich aufzulösen und bilden dadurch gleichzeitig neue Anordnungen aus. Sein konzeptioneller Ansatz schafft durch Entleerung und Verschmelzung neue Formen und erhielt den La Biosthétique Prix de Concept Contemporain. 

ln diesem Jahr hat sich die Jury entschieden, einen Sonderpreis zu vergeben, den „La Biosthétique Prix du Jury 2017“. Mit diesem Preis würdigt die Jury eine ausdrucksstarke Kollektion mit herausragender, visueller Aussagekraft. Lisa Sauer greift das Phänomen Urban Gardening auf und hat eine Männerkollektion entwickelt, die cleane Schnitte mit der Inspiration der Natur vermischt. Für ihre Abschlussarbeit „life to be“ wurde Lisa Sauer mit dem La Biosthétique Prix du Jury geehrt.

Die La Biosthétique Förderpreise werden einmal im Jahr verliehen. Vorgeschlagen werden Abschlussarbeiten aus dem Bachelor-Studiengang Mode der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim. Für den Preis 2017 waren insgesamt neun Abschlussarbeiten aus dem Wintersemester 2016/2017 und dem Sommersemester 2017 nominiert. 

La Biosthétique Fashion Awards:

Die Kreation von Mode, die leicht, außergewöhnlich und originell ist, bedarf oft außergewöhnlicher persönlicher und finanzieller Kraftanstrengungen. Der La Biosthétique Förderpreis unterstützt ausgezeichnete Studierende oder Alumni in ihrem Engagement und ermöglicht ihnen so, ihre Arbeit etwas unbeschwerter fortzuführen und auch ungewöhnliche Wege zu gehen.

Die Auszeichnung, mit der junge Talente gefördert werden, wird in drei Kategorien vergeben: Stil, Innovation und visionäres Konzept. Der La Biosthétique Prix de Style steht für eine unverwechselbare Ausdrucksform, die frisch, modern und zeitgemäß ist. Die mit dem La Biosthétique Prix d’Innovation ausgezeichnete Mode spielt mit anspruchsvollen Materialien, schafft eine ironische Verbindung zwischen Funktionalität und Ästhetik, nutzt die neuste Technik und blickt vorausschauend in die Zukunft. Der La Biosthétique Prix de Concept Contemporain integriert fachfremde Trends, arbeitet fachübergreifend, reflektiert Umwelteinflüsse, interpretiert den Zeitgeist treffsicher und prämiert ein visionäres Konzept.

 

Jury-Mitglieder 2017:

Bianca BÜCHE, Designerin LAURÈL, Butzbach

Sonja EISMANN, Gründerin und Herausgeberin des MISSY MAGAZINE, Autorin des Buches „Absolute Fashion“, Berlin,

Nathanael FLECHAIRE, Junior Creative Manager BOSS Menswear, HUGO BOSS, Metzingen

Adrian SOMMERAUER, Senior Designer DOROTHEE SCHUMACHER GmbH, Mannheim

Mi Kyong YEOM, Senior Creative Manager BOSS WOMAN, HUGO BOSS, Metzingen

Leanne Rae WIERZBA, Co-Curator V&A MUSEUM, Editor of UNDER THE INFLUENCE, Fashion Researcher, London

 

Foto: Harald Koch