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Let's be playful

Let’s be playful – lasst uns verspielt sein, fordert die Designerin Carla Schürjann mit ihrer gleichnamigen Abschlussarbeit. Immer häufiger werden Spiel-Elemente in die Arbeitswelt übersetzt – oft mit dem Anspruch, Mitarbeiter stärker zu motivieren und sie kreativer arbeiten zu lassen. Geht diese Rechnung auf? Für ihre Arbeit erhält die Designerin den „MACD-First“. Die Auszeichnung des Masterstudiengangs Creative Direction (MACD) der Pforzheimer Fakultät für Gestaltung, die richtungsweisende Arbeiten aus dem Studiengang prämiert, wurde zum Ende des Sommersemesters 2019 an die 28-Jährige verliehen. Das Spiel ist heute mehr denn je Teil unseres Alltags: Der Markt für digitale Spiele boomt und Spiel-Elemente werden immer häufiger in die Arbeitswelt übersetzt: Teams stärken und Mitarbeiter in ihrer Kreativität zu fördern ist das Ziel dahinter. „Untersucht man den Spiel-Begriff genauer“, sagt Carla Schürjann, „erkennt man das Gegenteil: Die echte Verspieltheit geht verloren, wahre Kreativität entsteht dabei nicht.“ Die Master-Absolventin untersuchte Kreativitätstechniken auf ihre Anwendbarkeit. Wenn das Spiel Mittel zum Zweck wird, setzt es keine Kreativität frei. Aber in einem Mitarbeiter-Workshop völlig frei zu sein, ist schwierig. Wie versetzen wir uns in einen unvoreingenommenen Ausgangspunkt? Die Stuttgarterin hat Kriterien herausgearbeitet, wie man in diese Atmosphäre gelangen kann. „Assoziativ vorzugehen ist ein wichtiger Schritt: Wenn wir Brücken schlagen zu Nebenthemen, macht uns das offen für spielerische Methoden.“ Sie selbst ist während ihrer Masterarbeit ebenso vorgegangen. Scheinbar nebensächliche Fußnoten hat sie verfolgt und diese öffneten ihr einen weiten Horizont an Themenfeldern. „Warum hat jemand einen Nobelpreis für sein Ameisenbuch erhalten? Dem bin ich nachgegangen und so auf den Einfluss von Termitenbauten auf Architektur gestoßen.“ Erst wenn sich Menschen aus dem Rahmen lösen – in der Rolle als Mitarbeiter oder Führungskraft – können sie sich ernsthaft ins Spiel begeben. „Kinder beherrschen dies perfekt und wir Erwachsene trainieren uns diese Fähigkeit leider mit viel Mühe wieder ab“, sagt die Absolventin. Professor Dr. Thomas Hensel bestätigt der Preisträgerin in seiner Laudatio, dass sie die Fragestellungen des Studiengangs mit ihrer Arbeit mustergültig beantwortet: Wie ändern wir einen Spielplan, wie kommt es zu einer neuen Gestaltung, wie funktioniert Kreativität? Die Abschlussarbeit hinterfrage inhaltlich mit immenser Tiefe, sei sprachlich feinsinnig verfasst und habe nicht zuletzt das Spielerische formal in der Gestaltung – mit Zeichnungen und Illustrationen – vollzogen. Neben einer Urkunde nahm die Preisträgerin eine gerahmte Zeichnung des Künstlers und Professors Matthias Kohlmann entgegen. Ihre Erkenntnisse trägt Carla Schürjann auch in die Praxis weiter: Mit einer Kommilitonin hält sie Workshops für Kulturprojekte ab.

Foto: Petra Jaschke

Pressekontakt: birgit.meyer(at)hs-pforzheim(dot)de, Tel: +49 (7231) 28-6718