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Stegreif-Projekt: Vom Waschraum zur Wellness-Oase

Er seht aus wie Stein, ist aber eine Mischung aus Mineralien und Acrylharz: der Mineralwerkstoff. Dieses Material war Hauptdarsteller des Stegreif-Projektes an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim, mit dem traditionell das Semester startet. Unter der Federführung eines externen Praktikers innerhalb von drei Tagen Produkt-Ideen zu entwickeln war die Rahmenbedingung des Workshops. Daniele Luciano Ferrazzano, Industriedesigner aus Stuttgart mit eigenem Studio DLF, setzte das Thema für das Kurzprojekt: ein Konzept für den Badbereich aus dem vorgegebenen Werkstoff zu erstellen. 

Bäder sind heute nicht nur rein funktionale Räume, in denen sich der Mensch wäscht, sondern werden zunehmend zu Wohlfühl-Landschaften. Die 70 Studierenden aus dem Bachelor-Studiengang Industrial Design und dem Master in Creative Direction hatten die Aufgabe, das Badezimmer als Raum frei und neu zu denken. Ob mit Waschbecken und Badewanne oder ohne das konventionelle Inventar, alle Ideen sollten mit Mineralwerkstoff ausgeführt sein. Die Vorteile dieses Materials liegen auf der Hand. Es kann mechanisch verarbeitet werden mit beispielsweise Fräse und Bohrer, ist aber auch bei 160 Grad thermisch verformbar. Mineralwerkstoff ist UV-beständig, kann ohne Naht und Fuge verklebt werden und ist in sämtlichen Farben erhältlich. „Das Material erlaubt eine unheimliche Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten und hält gerade Einzug in viele Wohnbereiche“, sagt Ferrazzano über die Produktwahl. Diese Vielfalt haben die zehn Gruppen in ihren Konzepten für ihr Wunschbad auch abgebildet: vom mobilen Bad-Container über einen Couch-Rückzugsort bis hin zur maritimen Felslandschaft.

Im Projekt „Stein 2.0“ hat sich die Studentengruppe auf die grundsätzlichen Eigenschaften von Mineralwerkstoff konzentriert. „Dem Material als Produkt ein Kompliment zu machen war unser Ansatz“, erklären Sandra Dernbach und Svenja Krämer. Gemeinsam mit Philipp Kragl, Heiko Schobinger, Chiara Bracone, Dominik Schneck, Daniel Wenzel und Matthias Alber entstand ihr Konzept. Es gleicht einer Schärenlandschaft: In den vom Wasser rund geschliffenen Steinen sind Badezimmermöbel wie zufällig integriert. Die Dusche gleicht einer Nische inmitten eines Wasserfalls, die Badewanne einer Felsenkuhle. „Wir imitieren flüssigen Stein, so wirken Dusche und Badewanne organisch und natürlich“, erläutern die beiden Master-Studentinnen. Kursleiter Ferrazzano, der bereits einige Abschlussarbeiten von Pforzheimer Industrial Designern betreut hat, ist von allen Ergebnissen überzeugt. „Studenten sind Querdenker und bringen erfrischende Ansätze mit, die nicht aus dem Herstellungsprozess, sondern aus der Formgebung heraus kommen. Und so sind die verrücktesten Ideen oft die besten.“

Fotos: Petra Jaschke 

 

Pressekontakt: birgit.meyer(at)hs-pforzheim(dot)de, Tel: +49 (7231) 28-6718