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Sabrina Hauber erhält Förderpreis der Wilhelm-Lorch-Stiftung

Pforzheimer Mode-Absolventin Sabrina Hauber wird ausgezeichnet

Sabrina Hauber, Mode-Absolventin der Hochschule Pforzheim, ist ein zweites Mal für ihre Bachelor-Abschlusskollektion „ne m´oubliez pas“ (frz. Vergissmeinnicht) ausgezeichnet worden. Sie erhielt den Förderpreis der Wilhelm-Lorch-Stiftung 2021 im Bereich Kreation, dem wichtigsten Preis der deutschen Textilindustrie. Bereits 2019 wurde ihr für diese Arbeit der Förderpreis „La Biosthétique Prix du Jury“ verliehen.

Eine „Kollektion gegen das Vergessen“ entwickelte Sabrina Hauber und ließ sich für ihre Abschlussarbeit von der Demenz-Erkrankung ihrer Großmutter inspirieren. Die Krankheit Alzheimer interpretierte sie auf eine poetische Art und Weise, ohne einen rein medizinischen Zugang. „In den Looks zeige ich ein Kontrastprogramm zu den dunklen und schweren Seiten dieser Krankheit“, sagt die 29-jährige Designerin. Die Kleidungsstücke sind asymmetrisch, Dinge sind abhandengekommen, manches ist ausgeblendet. Sie verkörpern Vergessenheit, Leere und Orientierungslosigkeit. Sie zeigen skurrile Momente, die den Klischees aus dem Altersheim entspringen, und eine paradoxe Vergänglichkeit: So verrutschen Kleidungsstücke, jedoch verlieren sie nicht ihre Funktion.

Sehr viel recherchiert hatte die Designerin im Vorfeld ihrer Abschlussarbeit: Die Fotografien von Peter Granser in seiner Serie „Alzheimer“ wirkten ebenso auf sie wie auch ihre eigenen Besuche im Altersheim der Großmutter. Dort fand sie die Pastelltöne vor und orientierte sich auch an den Materialien der Kleidung der älteren Damen und Herren. „Über allem liegt ein leichter Schleier“, sagt sie, „über den Farben, über den Menschen und ihrem Leben.“ Ein persönliches Thema für die Abschlussarbeit sei ein harter Kampf, aber mit diesem direkten Zugang hätte sie die Krankheit ihrer Großmutter auch besser kennenlernen dürfen. „Es gibt auch die guten Seiten: Wir halten an schönen Momenten fest und lassen sie immer wieder in uns aufleben, sie sind trotz allem fest in uns verankert.“ Die Kollektion unterstreicht die gesellschaftliche Aktualität und lädt dazu ein, die Alzheimer-Krankheit besser verstehen zu lernen, um künftige Begegnungen mit Betroffenen positiv zu verändern. Dies kann Sabrina Hauber, die als Junior-Designerin für die Hugo Womenswear tätig ist, bald auch in Nordrhein-Westfalen: Sie ist für die Goldene Seidenschleife der Stadt Krefeld nominiert und wird ihre Kollektion vom 4. bis 8. August 2021 dort präsentieren.

Die Wilhelm-Lorch-Stiftung zeichnet jährlich den Branchen-Nachwuchs aus. Zweck der Stiftung ist die Förderung der Berufsbildung einschließlich der Studentenhilfe sowie die Förderung von Wissenschaft und Forschung. Aus allen Bereichen der gesamten Textilwirtschaft werden nach Maßgabe des Stiftungszwecks begabte Nachwuchskräfte in der Aus- und Fortbildung gefördert. Seit mehreren Jahren sind Absolventen des Pforzheimer Studiengangs Mode regelmäßig unter den Preisträgern.

Fotos: Christian Metzler

Porträt: Harald Koch

Kontakt: birgit.meyer(at)hs-pforzheim(dot)de, Tel: +49 (7231) 28-6718

 

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