Bachelor-Thesis WS 2018/19

Ann-Kathrin Grether

DEFEKT - ABSTRAKTE DISRUPTION IM FRAKTAL

„Fast immer zeichnet das Chaos eine fraktale Spur und oft steht hinter einem faszinierend schönen fraktalen Muster ein chaotischer Prozess. Fraktale Geometrie ist also die Geometrie des Chaos.“ (Peitgen et al. 1992, xi)


Die Wiederholung eines Prozesses muss wiederholt werden, um ihn verstehen zu können. Es geht um die Wiederholung im Prozess und die Entstehung eines Imperfekts. Wiederholungen sind niemals gleich, sie sind sich nur selbstähnlich. Kleine Veränderungen schleichen sich in jede Wiederholung, womit diese nicht ohne Unterschied möglich ist. Bezwingt man die Wiederholung mit der Wiederholung erhält man Platz für Unbekanntes, Veränderungen und Neues. Erst durch Verschiebung wird der Fokus auf die Ungenauigkeiten gelegt, die eine Bereicherung des Designs sind. Es gibt nichts was perfekt ist. Wiederholung ist keine einfache Kopie des Originals, sie ist der Schlüssel um tiefer in den Prozess der Gestaltung zu gelangen. Das Konzept ist ein Gestaltungsansatz zur Charakterveränderung und Vervielfältigung ohne das Objekt selbst zu ändern. Erst die Auflösung von einem Gegenstand ermöglicht eine andere Art der Wahrnehmung, die den Aspekt des „Störfaktors“ als willkommene Designsprache in den Mittelpunkt rückt. Das Resultat ist eine wiederkehrende Interpretation und Wahrnehmung der Wiederholung.

Materialien der Bachelorarbeit - Multiplexholz (Ahorn), Stahl, Plexiglas

grether.annkathrin(at)googlemail(dot)com

Foto: Ann-Kathrin Grether

 

 

Eva Knoch – askese & sinnlichkeit

eine tätigkeit mit allen sinnen zu erleben, dauer zu erfahren und auszuhalten und die suche nach dem wesentlichen sind leitmotive in eva knochs künstlerischem schaffen. handlungsprinzipien, die über eine bestimmte zeit ausgeführt werden, bestimmen ihre arbeit. stunden, tage, wochen.

so auch ihre abschlussarbeit. 30 tage schöpft sie papier aus ihrem jeweils täglich anfallenden papiermüll, bis nichts mehr zu schöpfen bleibt und arbeitet die tastatur der schreibmaschine ab, begleitet vom monotonen hämmern der typenhebel.
im tun, auf grund der noch ewig erscheinenden dauer des projekts, den bezug zur zeitspanne verlieren und sich der flüchtigkeit des moments bewusst werden. sinnliches wird sinnhaft.
in der andauernden wiederholung verschmilzt die handlung mit dem bewusstsein. das ich wird unwichtig - aufgelöst.

evaknoch(at)web(dot)de

Foto: Eva Knoch

 

 

Lilly Marie Selig – Aphrodite

Ausgehend vom Mythos der Aphrodite als zeitloses Schönheitsbild für Frauen, sind sieben Schmuck-Körper-Objekte entstanden. Objekte, die den Raum von Schönheit und Liebe definieren und eine Balance zwischen Chaos und Ästhetik schaffen. Wer empfänglich ist für das Schöne, ist auch empfänglich für die Liebe. Ein Gleichgewicht entsteht in der Suche nach Vollkommenheit. Die Wahrnehmung von Emotionen wird verzerrt und gestreut in Objekte, die Körper und Raum schmücken. Das empfangene Objekt ermöglicht die absolute Selbstentfaltung als Frau, gelöst von Idealen. Das Chaos, der Wachstum aus Perlen als Berührungspunkt am eigenen Körper, soll der Frau das Gefühl geben, dass aus Fragmenten das eigene Bild von Schönheit und Liebe ergänzt wird. Man trägt ein Objekt mit Achtung vor sich selbst, mit Liebe zu sich selbst. Um die höchste Form von sich selbst erreichen zu können, Freiheit zu erlangen, ist es möglich in diesem Raum sich selbst zu stärken, sich zu bereichern, sich zu schmücken, um sich selbst anerkennen zu können, als Ideal von Schönheit. Durch diese Möglichkeit ist man als Frau in der Lage, Selbstachtung zu bewahren und sich auf eine göttliche Ebene bewegen zu können. Als eigene Göttin der Schönheit und der Liebe löst man Aphrodite ab.

Materialien Kupfer, Feinsilber, Süßwasserperlen, Nylon und Textil

lillyselig(at)gmail(dot)com

Foto: Lilly Marie Selig