Bachelor Thesis WS 2019/20

Bo Zhang - Chamäleon

Das Hauptmaterial für die Abschlussarbeit von Bo Zhang sind Strümpfe. Die Gestaltung erfolgt durch Verschmelzen. Das Arbeiten mit Feuer stellt einerseits Zerstörung dar und andererseits symbolisiert es neues Leben. Es kann alles zerstören und dem Gegenstand ein neues Aussehen und eine neue Farbe verleihen. Bei Experimenten schmelzte sie verschiedene Stoffe. Die Wirkung scheint bei Polyamid am Besten zu sein. Es wurden verschiedene Flammenstärken verwendet, um verschiedene Farben und Dicken von Polyamid zu bearbeiten. Die Abschlussarbeit zeigt, wie künstliche Materialien natürliche Materialien verblüffend nachahmen können.

Chamäleon können sich an ihre Umwelt durch Tarnung anpassen. Sie verändern ihre Farbe. in der Natur gelten sie damit als Meister der Imitation. Nicht nur Tiere, sondern auch der Mensch hegt seit jeher den Wunsch und hat die Angewohnheit, die Natur nachzuahmen. Kunst ist immer die erste Antwort des Menschen auf die Natur.


gaodamu1234(at)gmail(dot)com

Foto: Petra Jaschke

Fulya Oberascher - Preciosity

Die Geburt des ersten Kindes ist ein einschneidendes Erlebnis und stellt in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung dar. So muss man sich unter anderem mit dem Thema Geschenke für das Baby auseinander setzen. In ihrer Bachelorarbeit behandelt Fulya Oberascher die Fragestellung rund um das Thema Geschenke zur Geburt: mit der Sinnhaftigkeit, dem Zweck und der Zielsetzung von Geburtsgeschenken für die Mutter wie auch für das Kind. Im Wesentlichen bestand es darin eine Brücke zwischen der westlichen Tradition, einen Knoten am Körper als Talisman zu tragen, und den orientalischen Riten, Goldgeschenke als Schutz vor bösen Geistern, zu schlagen und den Fokus der Geburtsgeschenke wieder auf die Mutter zurück zu lenken und zu modernisieren.
Heraus kam eine Kollektion aus verschiedensten Einzelteilen, die in unterschiedlichen Konstellationen erweitert, wie auch für unterschiedlichste Anlässe getragen werden können.


info(at)fulyaOh(dot)com
www.fulyaOh.com
instagram: FulyaOh

Foto: Hyp Yerlikaya

Lada Klats - intertwined

Neben Massenkonsum und Wegwerfgesellschaft, die für wachsende Müllberge auf unserem Planeten verantwortlich sind, beschäftigt sich Lada Klats in ihrer Abschlussarbeit mit einer Ebene die für unsere Augen verborgen bleibt. Dabei macht sie deutlich, dass der Konsum nicht nur nach außen stattfindet sondern auch nach innen. Wir verzehren täglich Produkte die vorher mit Kunststoffen in Verbindung standen. Dass sich dabei Plastikpartikel lösen die letztendlich in unserem Körper landen, ist kaum einem bewusst. Dieses Projekt zeigt wie Menschen freiwillig und unbedacht Kunststoffe in ihr Leben und ihren Körper lassen.


lada.95(at)hotmail(dot)de

lada.hspf

Foto: Philip Vogt

Sonja Keppler - Kapnós, Rauch und Objekt

Das Räuchern hat eine lange Geschichte, die mit den Ritualen des Menschen in enger Verbindung steht. „Per fumus“ bedeutet so viel wie „durch Rauch“ und von diesem Wort kommt das Wort Parfum. Duft wurde also mit Rauch in Verbindung gebracht. Noch heute wird in zahlreichen Kulturen geräuchert und das nicht nur im sakralen Bereich, sondern auch im Profanen. Das Thema Rauch und Objekt ist ein sehr sinnliches und ästhetisches, es vereint materielles und immaterielles. Der Rauch gehört zur Geschichte des Menschen, er ist, seit das Feuer von ihm nutzbar gemacht wurde, sein Begleiter. In Ihrer Abschlussarbeit beschäftigt sich Sonja Keppler mit der Tradition des Räucherns und stellt sie in einen neuen Zusammenhang. Die Form der Räuchergefäße steht eng mit dem Menschen und der Natur in Verbindung. Es wurden Skulpturen geschaffen, die der Natur nahe kommen, organisch in ihrer Form und ihrer Struktur. Das Thema Feuer spielt bei der Wahl der Materialien eine Rolle. Keramik und Bronze sind Materialien, die eine lange Geschichte in der Gestaltung von Räuchergefäßen haben. Man kann in den Skulpturen große Räucherkerzen abbrennen, oder direkt auf Räucherkohle frisches Räucherwerk verbrennen.


sigma-kappa(at)online(dot)de

www.sonja-keppler.net

Foto: Petra Jaschke

Tzu-Yun Hung - IDENTITÄT

Tzu-Yun Hung hat sich in ihrer Bachelorarbeit mit Fragen nach ihrer eigenen Identität, als eine in Deutschland lebende Taiwanerin beschäftigt.
Der Entstehung der drei Schmuckstücke umfassenden Serie, ging eine Beschäftigung mit Fragen nach dem Leben in sprachlich und habituell fremden Gemeinschaften voraus. Inwieweit kann man die eigene Identität verändern und anpassen? Und was für Folgen mag die Anpassung für das eigene Ich haben?
Tzu-Yun Hung sammelte Materialien ihrer Ursprungsregion Taiwan und ihrer neuen Heimat Deutschland, transformierte sie und verband sie miteinander. Das Ergebnis sind Objekte deren homogene Oberflächen nichts über die ungleiche Herkunft ihrer Einzelteile verraten.


info(at)tzuyunhung(dot)com
www.tzuyunhung.com

tzuyunhung

Foto: Petra Jaschke