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Victor-Rehm-Gebäude als Design- und Kulturzentrum

"forum.futur". Visualisierung: Adrian Wilhelm

Ein Ort des Entdeckens, des Gestaltens und des Miteinanders: In den Augen der Studierenden des Bachelorstudiengangs Visuelle Kommunikation an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim steckt das Victor-Rehm-Gebäude in der Pforzheimer Innenstadt voll ungenutzter Potenziale. Im Rahmen des Projektseminars „Kommunikation im Raum“ haben sieben Studierende des 4. und 6. Semesters unter Leitung von Diplom-Designerin Dagmar Korintenberg dem Bau mit ihren Konzepten neues Leben eingehaucht. Die erarbeiteten Ergebnisse begeistern nicht nur die Lehrbeauftragte, sondern auch Bürgermeisterin Sibylle Schüssler, Hochschul-Rektor Professor Dr. Ulrich Jautz, den städtischen Baureferenten Marc Feltl und die Vorsitzenden der Fördervereine Förderer und Alumni der Hochschule Pforzheim, Professor Dr. Martin Weiblen, sowie Design PF, Philipp Reisert, die an der Abschlusspräsentation teilnahmen. Die besten Konzepte erhielten Geldpreise, die von den Fördervereinen gestiftet wurden.

Kulturelle Institutionen stehen im Zeitalter der Digitalisierung vor der Herausforderung, neue Konzepte zu entwickeln, um so einen Mehrwert gegenüber konkurrierenden, ausschließlich virtuellen Angeboten zu schaffen. Der Trend geht weg vom passiven hin zum aktiven, gestaltenden Besucher. Aufgabe der Studierenden war es, vor diesem Hintergrund ein niedrigschwelliges Nutzungskonzept für das Erdgeschoss des Victor-Rehm-Gebäudes zu entwickeln.

Mit seinem „forum.futur“ erarbeitete Adrian Wilhelm das für die Jury überzeugendste Konzept. Kern seiner Idee ist, die Bürger mit digitalen und analogen Werkzeugen in Stadtentwicklungsprozesse aktiv einzubinden. Im Zentrum des „forum.futur“ steht der Besucher und seine Meinung, die er nicht nur teilen, sondern im besten Fall im Austausch mit anderen weiterentwickeln kann. „So wird der Besucher selbst Teil der Ausstellung und hat das Gefühl, gehört zu werden“, sagt Adrian Wilhelm. Wechselnde Projektausstellungen zu Themen wie Städtebau oder Umwelt sollen inhaltliche Schwerpunkte setzen. Als hybride Plattform bietet das „forum.futur“ dabei sowohl einen Projektraum als auch als Ausstellungs- und Präsentationsflächen.

"Dreifach". Visualisierung: Svenja Schenk

Den zweiten Platz teilen sich Laura Hagenschulte mit dem Zukunftslabor „über:morgen“ und Svenja Schenk mit dem 3 D-Werkraum „Dreifach“. Wie wollen wir in Zukunft leben? In „über:morgen“ lässt Laura Hagenschulte die Besucher auf die Suche nach Antworten gehen. Dabei wird das Thema Zukunft in einzelne Bereiche wie Ernährung oder Wohnen heruntergebrochen, um so einen niedrigschwelligen Zugang zu dieser komplexen Frage zu ermöglichen. Neben dem Austausch geht es auch um Wissensvermittlung: So können Experten zu bestimmten Themen ihre Kenntnisse in eigens eingerichteten Workshop-Räumen praktisch vermitteln.

Lernen – werken – zeigen: Anhand dieser Kategorien soll im Werkraum „Dreifach“ die Technologie des 3 D-Drucks nähergebracht werden. In ihrem 3 D-rasterförmig konzeptionierten Raum verbindet Svenja Schenk Theorie und Praxis: Vom technischen Wissen über das eigentliche Druckverfahren bis zur Verkaufsfläche kann so der Entstehungsprozess eines 3 D-Drucks verfolgt werden. Im offenen Werkraum entsteht eine Gemeinschaft des Mitgestaltens, in der die Bürger Zugang zu allen Werkzeugen des 3D-Druckes erlangen.

'über:morgen'über:morgen". Visualisierung: Laura Hagenschulte

„Immer wieder engagiert und frisch sind die Präsentationen der Studierenden der HS PF. So auch dieses Mal bei der Vorstellung der Semesterarbeiten zu einem Kunst- und Designhaus im Victor-Rehm-Gebäude. Dieses Gebäude an zentraler Stelle in unserer Stadt, wunderbar an der Enz gelegen, kann unser ORNAMENTA-Haus werden; ich sehe hier ein großes Potential. Die Arbeiten der Studierenden haben hier interessante Impulse gesetzt“, erklärt die Dezernentin für Planen, Bauen, Umwelt und Kultur, Sibylle Schüssler. Auch Rektor Ulrich Jautz ist begeistert von den Konzepten und der Idee einer langfristigen Belebung des Victor-Rehm-Gebäudes: „Ich erhoffe mir von der ORNAMENTA bleibende Werte; ein Kunst- und Designzentrum im Herzen der Stadt ist dabei eine Vision. Momentan sind wir davon noch weit entfernt, aber es ist keine Utopie. Es ist toll, dass unsere Studierenden hier so praxisnah Konzepte entwickeln, die auch eventuellen Sponsoren als Beispiele für eine Nutzung dienen können.“