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DESIGN PF - Fakultät für Gestaltung

Lisa Schweinfest "mcfly"

Mit „mcfly“ ist eine womenswear Kollektion entstanden, die auf der Analyse einer Mode für dasJahr 2045 basiert. Wie die Filmemacher von „Zurück in die Zukunft“ blicke ich mithilfe der Prognose derZukunfts- und Trendforscher Matthias Horx und Li Edelkoort, 30 Jahre in die Zukunft und ebensozurück in die vergangenen 80er Jahre, in der der Protagonist Marty McFly lebt. Die Stimmung der Kollektion ist durchzogen von den ironischen aber nie lächerlich wirkenden Momenten, die man als Zuschauer des Filmes durchweg wahrnimmt und die einige seiner utopischen Zukunftsprognosen rechtfertigt. Durch den Rückgriff auf Vergangenes, Bekanntes soll eine Vertrautheit und Sicherheit entstehen, die benötigt wird um den Schritt in die Zukunft zu wagen.

Katja Marina Nauheimer "WAS IT A CAT I SAW"

Der Titel der Abschlussarbeit WAS IT A CAT I SAW  steht als Metapher für die Frage, wie die menschliche Wahrnehmung funktioniert und wie in einer Generation von Digital Natives und digitaler Überreizung eine innovative und ganz besonders eine persönliche Identität im Bezug auf Ästhetik gefunden werden kann. Den Designern der heutigen Zeit wird nachgesagt, sich durch das Internet von Social Media zu stark beeinflussen zu lassen, um eine eigene, kreative Designsprache entwickeln zu können. Durch eingehende Recherche und die theoretische Auseinandersetzung mit den Prozessen und Prinzipien der menschlichen Wahrnehmung, wurde es zum Ziel der Arbeit, eine neue Ästhetik zu finden und nicht auf eine spezielle Vorstellung hinzuarbeiten. Die Überreizung der Gesellschaft verlangt nach eindeutigen, klaren Bildern und ausdrucksstarker, jedoch unaufgeregter Ästhetik, welcher in der Kollektion Ausdruck verliehen wird.

Swetlana Bühl "Aesthetic Error"

Die Kollektion "Aesthetic Error" setzt sich mit der umstrittenen Thematik des Bodybuildings auseinander. Was für leidenschaftliche Bodybuilder das optimale Körperbild darstellt, ist für außenstehende, die diesen Sport nicht betreiben, grotesk und weicht jeglicher Form des Ästhetischen ab. Das Darstellen dieses paradoxen Schönheitsideals, dass in der Extreme der Profi-Bodybuilder nur mittels Doping erreichbar ist, war Schwerpunkt dieser Arbeit. Mittels Antiproportionalität, Deformation, Bewegungseinschränkung, Farbe und Schnitt macht die Absolventin auf die Negativfolgen und die Künstlichkeit des Bodybuildings aufmerksam und verdeutlicht dadurch die zahlreichen Gegensätzlichkeiten in diesem immer populärer erscheinenden Sport.

Katharina Rochel "SCHIZOPHRENIA - 404 Not found"

Die Kollektion SCHIZOPHRENIA - 404 NOT FOUND, beschäftigt sich mit dem Krankheitsbild Schizophrenie. Das Konzept baut sich auf dem Lebenswerk von Leo Navratil auf, ein Psychiater der Testzeichnungen mit psychisch kranken Patienten durchführte und diese analysierte. Daraus resultiert für ihn die Beobachtung gewisser Stilelemente („Stilelemente schizophrenen Zeichnens“), die regelmäßig bei den Zeichnungen der Patienten auftreten. SCHIZOPHRENIA - 404 NOT FOUND stellt in Anlehnung an diese Stilelemente den Verlauf einer schizophrenen Psychose dar. Während der erste Look noch eine subtile Störung birgt, verzerrt sich im Prozess der Kollektion das Bild des gesellschaftlich normierten Kleidungsstückes und endet in einer völligen Deformation. So sollen die Kleidungsstücke anfangs zwar irritierend, aber tragbar wirken; gegen Ende jedoch verschwinden sie völlig in der Dekonstruktion und wirken damit untragbar, die Silhouette unlesbar.

Anne-Marie Summer "nordryv"

„nordryv“ basiert auf einer persönlichen Fremderfahrung in der faszinierenden, schwarzen Landschaft Islands. Die Kollektion spricht die Sprache einer Fremderfahrung im Zwischenraum von Vertrautem und Absurdem und lässt den Betrachter nicht nur gewohnte Sichtweisen hinterfragen, sondern auch die eigene Wahrnehmung von Kleidung und Mode. Eine dunkle, nordische Eigenartigkeit verbindet sich subtil mit klassischer Kleidung. Der Betrachter wird konfrontiert mit Ambivalenz und Unklarheit einerseits und  Vertrautheit und Harmonie andererseits - was zunächst verständlich erscheint wird permanent wieder verworfen. Die Kollektion zeigt scheinbar vertraute Dinge in einem anderen, neuen Kontext. Durch Konfrontation findet sich der Betrachter in einer Fremderfahrung wieder, ausgelöst durch die Kollektion und gleichzeitig bezugnehmend auf Mode im weiteren Sinne. Durch den individuellen Umgang mit Fremdheit entzieht sich nordryv gewohnten Deutungs- und Verständnismustern und gibt Raum für eine Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten.

Leander Wodan "SEXdUALITY"

SEXdUALITY repräsentiert eine neue und andere Sicht auf männliche Sexualität und Männlichkeit. Die Kollektion gibt einen Blick auf einen Mann, der abweicht von heteronormativen Werten und Ansichten. Es entsteht eine neue Form von Männlichkeit, durchaus ,männlich‘, doch subtil erotisch und weniger provokant und aufdringlich. Eine Männlichkeit, die nicht dem klassischen, stereotypen Bild folgt und eine Dualität aufbaut. Das Spiel mit gegensätzliche Polen, die sich aneinander reiben und aufeinader treffen. Weiches, Feminines fügt sich ein in Maskulin, Hartes. Der Mann bedient sich weiblicher Attribute, spielt mit ihnen und setzt sie in Szene, mit dem Körper und durch die subtile Verführung damit.  SEXdUALITY bricht mit den vorherrschenden Konventionen und kreiert somit eine neue Art der Männlichkeit.

Jennifer Schmid "HABITAT"

Die Kollektion Habitat basiert auf den „Tick zu sammeln“. Dass Menschen Sammler sind ist über viele Jahrhunderte ein bekanntes Phänomen. In dieser Arbeit wurden verschiedene Aspekte des Sammelns untersucht und gezielt in der Kollektion aufgegriffen. ‘‘Das Sammeln‘‘ in der heutigen Konsumgesellschaft spielt für diese Arbeit ebenfalls eine wichtige Rolle und spiegelt sich durch üppiges und überladenes Design wieder. Im Fokus stehen Horten und unnötiges Ansammeln von Dingen, während der wirkliche Gebrauch dabei ausgeblendet wird. Die Achtung vor Dingen geht in der heutigen Zeit verloren. Profilieren und Reichtum an Besitztümern stehen im Vordergrund. Der zur Verfügung gestellte ‘‘Raum des Lebens‘‘ wird mit wenig Achtung und Wertschätzung für Dinge gefüllt. Dieses verschwenderische Sammeln soll mit der Kollektion HABITAT verbildlicht werden und einen "To-much-Effekt'' erzielen.

Rebecca Liesenfeld "mycelium method"

Pilze stehen für schnelle Reproduktion und rasante Vergänglichkeit. Innerhalb nur weniger Stunden bildet ein Pilz-Myzel seine Fruchtkörper inklusive Sporen aus. Konnte der Pilz seine Sporen erfolgreich verteilen, löst sich der Fruchtkörper wieder auf. Dieser Vorgang der schnellen Reproduktion und rasanten Vergänglichkeit erinnert stark an den aktuellen Umgang mit Kleidung. Neue Kollektionen schießen wie Pilze aus dem Boden und landen nach wenigen Trageanlässen im Müll. Die Produktionslogik der Natur kennt Überschuss, aber keinen Abfall. Pilze sind hauptverantwortlich, wenn es um die Umsetzung von organischer Materie geht. Die dabei frei werdenden Nährstoffe werden in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgegeben. An dieser Stelle setzt mycelium method an: Die entwickelte Kollektion basiert auf geschlossenen Rohstoff- und Abfallkreisläufen. Mycelium method besteht aus Materialien, die aus einem Kreislauf heraus entstanden sind oder wieder in einen solchen eingeführt werden können. Überschuss wird also nicht zu Abfall, sondern weiterverarbeitet bzw. recycelt. So geht nach der Logik der Pilze in der Kollektion mycelium method kein Rohstoff verloren.

Lena Gölz "Pareidolie"

Pareidolie bedeutet so viel wie Trug- oder Schattenbild. Es beschreibt die menschliche Fähigkeit in zufälligen Strukturen bekannte und sinnvolle Formen zu erkennen. Beispiele einer Pareidolie sind das Erkennen von Gestalten in Wolkenformationen oder das Lesen und Verstehen eines falsch geschriebenen Wortes. Aus dem Titel entstand der Schwerpunkt der Kollektion, die Lücke. Laut verschiedenen Definitionen beschreibt der Begriff Lücke einen Raum, welcher frei von dem Material ist, welches diesen Raum umgibt. Diese Definition ist auf verschiedene Art und Weise interpretierbar. Eine Lücke kann z.B. durch Umrisse, prägnante Merkmale oder einen unvollständigen Verlauf dargestellt werden. In der Kollektion werden Silhouetten, Silikonabdrücke, negative Formen, reduzierte Verschlüsse und fehlende oder unvollständige Steppungen verwendet.

Lisa Möllmann "Obsession – Besessene Liebe"

Die Abschlusskollektion ‚Obsession – Besessene Liebe’  beschäftigt sich mit der modischen Umsetzung der Gefühlswelt einer an Erotomanie leidenden Frau.  Thematisiert wird die Lebenswelt in einem Sanatorium für psychisch Kranke. Trotz allem steht die unerfüllte Liebe, welche in romantischer Form durch Schleifen, Rüschen und der Farbwelt dargestellt wird, im Fokus.  Neben der Ernsthaftigkeit des Themas steht die Naivität des Charakters im Vordergrund und wird durch stilistische Mittel wie spießige Steppschuhe und rotem Lippenstift unterstrichen. Des Weiteren dienen Herrenhemden und Businesskleidung als modische Elemente der Kollektion. Liebe ist das schönste Gefühl auf der Welt, aber was passiert wenn sich dieses Gefühl zu einer plagenden Psychose verwandelt und man zwischen Traum und Realität nicht mehr unterscheiden kann? 

Therese Biela "I`m a Girl in a Material World"

Jeden Tag werden in uns Wünsche geweckt, von denen wir kurz zuvor noch nichts geahnt hatten. Das Verlangen nach Neu, Anders, und hauptsache nicht so wie das, was man schon besitzt, lässt sich in unserer Konsumgesellschaft nicht mehr stillen. Die ständige Konfrontation mit Waren, die noch besser, noch schicker, noch moderner, noch individueller sind, lässt kaum zu, sich aus dem Bann der Dinge zu entreißen und ein Leben ab vom Konsum zu leben. Die Kollektion "I´m a Girl in a Material World" beschäftigt sich mit dem Gefühl des Haben wollens. Die Entstehung von Wünschen bis hin zu Wertschöpfungszwängen, die in unserer heutige Konsumkultur Einzug gefunden haben.

Lina-Luisa Bardmann "coincidence"

In der Kollektion "coincidence" geht es um die Sichtbarmachung neuer Ordnungen, sowie das Zulassen von Zufällen. Inspiriert von Chaosforschung, fraktaler Geometrie und dem Fotografen Thomas Demand, setzt sich die Kollektion mit der Entstehung und dem Zerfall von Ordnungen auseinander. Zentral ist das Zusammenspiel zunächst unzusammenhängender Elemente, die sich neu zusammenfügen. In den Kollektionsteilen ist nichts wie es scheint, keine Ordnung ist fest, denn die Teile lassen sich neu sortieren und an verschiedenen Stellen einhaken. So wird ein Kragen zur Weste oder Jacken nehmen immer neue Formen an. Es zeigen sich Kombinationen und Irritationen die mindestens zwei Seiten haben und miteinander kooperieren oder sich stören. Gekachelte, oder gestreifte Stoffe schaffen Orientierungspunkte, die je nachdem, wie die Teile eingehakt werden wieder verloren gehen. Die Kollektion setzt den zweiten Blick des Betrachters vorraus, denn erst bei genauerer Betrachtung ist die Vielfältigkeit der möglichen Ordnungen zu erahnen.

Mareike Herrmann „[im]mortal“

In unserer heutigen modernen Welt scheint fast nichts mehr unmöglich zu sein. Unser Leben, bestimmt durch Globalisierung und stetigen wissenschaftlichen Fortschritt, ist letztendlich nur auf das Streben nach Unsterblichkeit ausgerichtet. Dabei geht es nicht mehr, wie früher, um denErhalt der Seele, sondern vielmehr um die Instandhaltung des menschlichen Körpers.Entstanden ist eine moderne Kollektion in Form einer Forschungsarbeit, die, inspiriert von verschiedenen Herangehensweisen unterschiedlichster Konservierungsmethoden, eine neue Sicht auf das Thema Haltbarkeit in der Vergänglichkeit der Modeindustrie schafft und somit einen Ansatz für unsterbliche Kleidung bildet. Die einzelnen Bekleidungsstücke wurden hierbei genauso behandelt wie ein zu konservierender Körper, indem sie erst nach deren Herstellung durch ausgewählte Materialbearbeitungen haltbar gemacht wurden. Durch Versteifung, Umhüllung, Versiegelung oder Vergoldung, erhalten die Kollektionsteile eine neue Form von Wertigkeit und unterstreichen somit den monumentalen Charakter der Kollektion.

Fabia Engelmann "place to be"

Für die Kollektion 'place to be' sind persönliche Erfahrungen, die mit der Stadt New York verbunden werden grundlegend. Die Stadt gilt als Sinnbild für Lebendigkeit, Dynamik, Faszination und Vielfältigkeit, für Sehnsüchte, Wünsche und Träume. In einer Zeit, in der alles möglich erscheint bietet New York das ideale Umfeld für die Realisierung unterschiedlichster Ziele, gerade meine Generation braucht ein Spektrum aller Möglichkeiten, welches allen Erwartungen gerecht wird und die größten Chancen auf persönliches Glück und Erfolg verspricht. New York ist eine Bühne für unglaubliche Vielfalt an Nationalitäten, Kulturen, Künsten, Interessengruppen, die in ihrer Ganzheit unglaublich bereichernd ist. In einer Großstadt versucht man sich abzuheben, dabei übernimmt die Kleidung die Komponente des persönlichen Ausdrucks. Die Kollektion 'place to be' soll eine Verbindung zwischen dem Menschen und der anonymen, übertriebenen und unerfassbaren Großstadt schaffen. Die Recherche über die in New York entstandenen Subkulturen, deren Stilkombination und Dekodierung ist Grundlage für die Entwicklung von Form, Material und Silhouetten.

Rafy Ahmed "MOROTAI"

MOROTAI ist ein junges, deutsches Sportlabel mit unverkennbarem Design – klar, puristisch, ausdrucksstark. Nach erfolgreichem Modestudium war die Vision von Gründer und Chefdesigner Rafy Ahmed, eine Sportmarke zu entwickeln, die die optimale Balance zwischen Stil und Qualität bei maximaler Funktion vereint. Die Kombination der eigenen Interessen, Erfahrungen und Talente war der Antrieb für eine innovative Kollektion, die von Sportlern für Sportler gemacht wurde. Jungdesigner Rafy Ahmed, selbst Sportler durch und durch, beschreibt MOROTAI als leidenschaftliches Ergebnis aus Design und Fitness. Die Geradlinigkeit architektonischer Linienführung sowie die Historie des japanischen Kriegers Nakamura, der im Alleingang die indonesische Insel Morotai verteidigte, waren Inspirationsgrundlage und kreative Quellen für das Entstehen einer Kollektion voller Energie auf das Wesentliche. Stärke, Mut und Willenskraft – das ist MOROTAI. Keine Ablenkungen, volle Erfolge.

Melina Meier " UN TRAITEMENT À LA MODE"

Die Kollektion UN TRAITEMENT À LA MODE ist eine Behandlung über die Mode. Sie möchte die Gesundheit des Trägers positiv beeinflussen und erzielt die Schaffung von Wohlfühlmomenten. Sehnsüchten wie Freiheit und Leichtigkeit Freiraum und Weite zu geben. Es ist bekannt, dass Muster und Formen energetische Auswirkungen auf die Gesundheit und den Zustand des Menschen haben. Vollkommene Gesundheit führt über den Weg der geistigen Ruhe und Zentrierung. Die Idee der Kollektion ist es sich das Kleidungsstück vollkommen zu Nutzen zu machen. Indem der Träger sowohl durch die Farbe und Materialität, als auch durch die Zusammenstellung der Formen und Volumenwirkungen  den optimalen Gesundheitszustand erlebt. Bestimmte Körperregionen sind sehr wichtig für die Gesundheit und als sehr bedeutend zu betrachten. Ein „Rundum Wohlfühlpaket“, das die gesamten Sinne beeinflusst und ein Erlebnis der Farben, Formen und Gerüche liefert. 

Marvin Schramm "UNTITLED"

Die Kollektion „UNTITLED“ befasst sich mit Fragen der Titellosigkeit in der Kunstwelt und warum wir in unserer Gesellschaft den Drang haben, allem einen Namen zu geben und alles in Schubladen stecken zu wollen. Die Hauptinspiration dieser Arbeit war die Künstlerin Agnes Martin, die für ihre pastelligen, ruhigen aber aussagekräftigen Linien und Streifen bekannt war und sich ab einem gewissen Punkt weigerte, ihre Werke zu benennen. Im Kollektionskonzept verschmelzen Produktgruppen ineinander und verlieren subtil ihren Titel. Hauptmerkmale verschiedener Bekleidungsteile wurden in ein anderes klassisches Teil einge-setzt, hinzugefügt oder weggelassen. Ungewöhnliche Weite wurde weggeknöpft, abgtaped, zugenäht oder hängen gelassen und ließ verfremdete Formen und Übereinanderlagerungen entstehen. Die Farben en-standen durch mehrmalige Waschvorgänge, Färben und Entfärben und signalisieren eine müde, schwache und farblose Stimmung. Es soll ein Denkanstoß ausgelöst werden, wertfreier und ohne sofortiges Urteil duch den Alltag zu gehen und auf seine eigene Intuition und Wahrnehmung zu vertrauen um sich selbst dadurch besser kennenzulernen.

Sinja Hippler "intermodal"

Der Titel der Damenkollektion, intermodal, beschreibt die Fähigkeit der einzelnen Sinnesmodalitäten, sich miteinander zu verknüpfen und somit den komplexen Gesamteindruck des eigenen Körpers, der Umwelt und deren Bezug zueinander, zu gewinnen und zu verstehen. Das Thema und die Inspiration dieser Abschlussarbeit ist die Wahrnehmungsentwicklung in ihrem Anfangsstadium. Aus einer anfänglich dumpfen, trüben und gräulichen Masse sinnlicher Eindrücke, die sich nicht klar zuordnen und begreifen lassen, bilden sich nach und nach komplexe Muster, stärkere Kontraste und klare Empfindungen heraus. Die Kollektion soll diese Entwicklung repräsentieren und wird in erster Linie durch die dominierenden taktilen und visuellen Sinneseindrücke geprägt. Auch die Vorgänge und Merkmale im Körper des Babys während der Entwicklung des Wahrnehmungsprozesses- wie Überlappung, Fehlkopplung, Flexibilität- bilden einen wichtigen Bestandteil des Konzepts.

Martina Kopp "get real"

Die Kollektion „get real“ setzt sich mit der Phase des Erwachsenwerdens auseinander. Pläne, Ziele und Ideale, die im jugendlichen Alter noch Orientierung gegeben haben, sind unter dem schwindenden Einfluss des Schulsystems und der Eltern hinterfragt und bereits über Bord geworfen. Gleichzeitig sind neue identitätsstiftende Ideale noch nicht genug gefestigt. Daher entsteht ein Gefühl der Unsicherheit, Unentschlossenheit und Orientierungslosigkeit. Einige fallen in eine Sinn- und Identitätskrise, die in den Medien mit dem Begriff „Quaterlife Crisis“ betitelt wird. Um dem Problem der Identitäsfrage aus dem Weg zu gehen, wird zunächst versucht sich an allgemeingültigen, althergebrachten Werten zu orientieren, die sich aber als ungeeignet für den eigenen Lebensentwurf herausstellen. Die Kollektion spielt mit klassischen Kleidungselementen und den dazugehörigen Innenfuttern. Trübe Farben und Grautöne erzeugen eine trostlos anmutende Stimmung. 

Madeleine Schoch "Brand and die, Psycho!"

„A woman is a flower, a woman is a bra, tiganca imputita, ratatatata“. Die Arbeit setzt sich mit antiziganistischen sowie sexistischen Motiven auseinander und stellt sie in einen Mode-Kontext. Weiblich konnotierte Objekte wie BH’s und Blumen stellen Motive der Objektivierung dar, deren sich die Kollektion bedient und ironisch wiedergibt. Bei der sogenannte „Immigrant Bag“, dessen Stofflichkeit benutzt wird, liegt die Betonung auf dem Fremden, dem Exotischen und zu Exkludierenden. Die Analyse und die Überbetonung der Andersartigkeit einer konstruierten Ethnie stellen hier ein Mittel zum Imagekonstrukt dar. Inspiriert von Modekampagnen die ihre Branding-Strategie auf die kulturelle, ethnische oder sexuelle Andersartigkeit einer Gruppe aufbauen, ist die Bilderserie „Poor/Rich people and beautiful girls“ entstanden. Sie stellt Models inmitten einer Kulisse, die sich auf vermeintliche Eigenarten der Roma fokussiert und diese so instrumentalisiert. 

Murat Kale "opticollon"

Die Kollektion "opticollon" basiert auf einem weiten Research über "Blindheit", die Sehbehinderung und über interessante Lücken der menschlichen Wahrnehmung, die sogar den sehenden Menschen als "blind" darstellen könnten. Blindheit, Imagination, innere Bilder, selektive Wahrnehmung und unbewusste Wahrnehmung bilden die Grundlage der Kollektion. Schwarz und unterschiedliche Grautöne stehen für Blindheit und für die unterschiedlichen Stufen des Nichtsehens. Die positive Haltung gegenüber dem Begriff der Blindheit inspirierte zur Verwendung von Farbe. Ein warmes Grün steht für all die positiven Bilder, sowie Wünsche und Hoffnungen, die sich Menschen in ihrer inneren Welt ausmalen. Ein abstrakter Print, sowie eine Materialbearbeitung, die eine neuartige Streifenoptik aufweist, verleihen der Kollektion eine gewisse Lebendigkeit. Die Kombination skulpturaler Teile mit weichen Elementen heben folgenden Kontrast im Denken und Vorstellen des Menschen hervor: Einige unserer inneren Bilder sind unveränderlich, andere Vorstellungen und Einstellungen hingegen befinden sich im ständigen Wandel. 

Edith Forizs „LESS“

Betreuung: Prof. Claudia Throm und Markus Müller (Dipl.Des.)

LESS nimmt Impulse des Minimalismus auf. Minimalismus ist eine strenge, restriktive Ästhetik, sie zeichnet sich aus durch einen Verzicht auf jede Form einer funktionslosen Verzierung und eine Reduktion auf das Klare und Einfache.Die Kollektion LESS setzt die minimalistische Formensprache um. LESS steht für Reduktion und Verzicht. Dazu gehören vor allem geometrische Formen wie Vierecke und gerade Linien, die Klarheit der Linienführung, die Reduktion auf das Wesentliche, die Betonung des Seriellen, der Verzicht auf alle Schnörkel, die Reduktion der stilistischen Mittel, die Beseitigung aller nicht-essentiellen Formen und Funktionen, die für den Minimalismus kennzeichnende Verbindung von Komplexität und Einfachheit: die Kombination von einfachen, elementaren Formen zu einem Gesamtkunstwerk.

Gina Reimold „This is the one I‘ll be remembered for“

Betreuung: Prof. Sibylle Klose und Dr. Robert Eikmeyer

Die Kollektion „This is the one I‘ll be remembered for“ ist inspiriert vom Filmemacher Edward D. Wood, jr., der als schlechtester Filmemacher aller Zeiten gilt. Sein Leben lang hat er versucht, mit seinen Low-Budget Filmen Erfolg zu haben, dieser trat jedoch erst ein, als er zwei Jahre nach seinem Tod von Trashfilmfans wiederentdeckt wurde. Seitdem gilt er als Ikone des Trashfilms und ist auf sämtlichen Bestenlisten vertreten. Ed Woods tragische und zugleich ironische Geschichte, seine Filme und Arbeitsweise, sowie Interviews, die mit seinen Freunden und Kollegen geführt wurden, bildeten die Grundlage der Kollektionsarbeit. Die Kollektion spiegelt in Form von Kleidung das Lebenswerk von Ed Wood wieder. Aufgrund von seiner Leidenschaft für Crossdressing, Damenunterwäsche und Angora, fließen auch diese Elemente in die Kollektion mit ein.

Hannah Mayer „28/7“

Betreuer: Prof. Sibylle Klose und Prof. Isabel Zuber

Die Kollektion „28/7“ dreht sich um die Droge Crystal Meth. Das Streben nach unbegrenzter Energie „Coolness“, Schlankheit und allen anderen Seiten des Selbstoptimierungswahns treibt immer mehr Menschen dazu eine derart starke Droge zu konsumieren, mit der sie nach außen hin stark wirken, selbst wenn sie parallel dazu körperlich und geistig zerfallen. Die Prozesse, die innerlich und äußerlich durch den Konsum der Droge ablaufen, habe ich in der Kollektion in das Modische übersetzt. Herabfallende Schultern und Ärmel stellen den Kraftverlust durch den ekstatischen Dauerzustand dar. Ausladende Volumina verweisen auf den Rückzug, den die paranoiden Crystal Meth Konsumenten suchen, sowie den Substanzverlust dieser. „28/7“ ist eine kreative Auseinandersetzung mit der Droge und ihren Konsumenten und soll deren Zustand spürbar machen.

Jaro Schöllkopf "nemophilist"

Betreuung: Prof. Sibylle Klose und Markus Müller (Dipl.Des.)

Die Kollektion ,nemophilist‘ basiert auf verschiedenen Aspekten des Schwarzwaldes, wie die Tracht und die schwäbisch-allemanische Fastnacht,  sowie der kulturgeschichtlichen Kulisse des Waldes und der Thematik der Angst.  So entstand eine Kollektion, welche sich mit dem vibrierenden Moment zwischen heiler Welt und Bedrohung beschäftigt, wobei typische Elemente des Schwarzwaldes zitiert und in einen neuen Kontext gesetzt werden. ,nemophilist‘ - bezeichnet hierbei eine Person, welche die Ruhe und Schönheit des Waldes wertschätzt und dadurch selbst zur Ruhe kommen kann. Die Kollektion soll somit einen Ruhepol für ihren Träger darstellen und eine Art Weltflucht und Selbstschutz ermöglichen. Werte wie Heimat und Geborgenheit, werden vor allem in Zeiten präsent, in der ein allgemeines Gefühl der Unsicherheit allgegenwärtig scheint. Der Schwarzwald fungiert hierbei als Sehnsuchtlandschaft und Symbol für Heimat.

Johanna Hößle "planparallel"

Betreuung: Prof.Claudia Throm und Prof. Silke Helmerdig

"planparallel" beschäftigt sich mit Sichtbarwerden und Verschwinden in den Anfängen der Fotografie. Zum einen geschieht dies auf der Ebene der verschwundenen Bilder. Licht ist hier bildgebend wie bildnehmend. Prozesse, wie Verblassen, Verfärben und Zerstören, sind Grundlage für Materialbearbeitungen. Die andere Ebene ist die der unsichtbaren Frauengeschichte in der Fotografie. Hier werden Frauen, wie Anna Atkins und Anne Dixon, die in der offiziellen Geschichtsschreibung der Fotografie kaum vorkommen in den Vordergrund gestellt. "planparallel" begreift Unfälle nicht als Fehler und lässt Frauen sichtbar werden.

Meike Mickisch "HEIMWEH"

Betreuung : Prof. Claudia Throm und Markus Müller (Dipl.Des.)

»Wenn ich „Heimweh“ sage, sag ich ›Traum‹.Denn die alte Heimat gibt es kaum.« Die Sehnsucht nach einem heilsamen Ort in der Vergangenheit. Einem Ort, den es nie gab. Ein Ort, der nur Konstrukt der Erinnerung ist. Dort, wo sich Erinnerung und Wunschträume treffen, erschaffen sie eine Utopie im Vergangenen. Wirklich ist nur die Gegenwart. Dazwischen: das Streben, das Sehnen, das Erinnern, das Träumen. Von Natur aus ist die Zukunft ungewiss, doch selten ist man sich dessen so bewusst, wie in Phasen, in denen ein Umbruch bevorsteht. In solchen Situationen sucht der Mensch Halt. Wenn er diesen nicht in seiner Gegenwart findet, sucht er ihn in der Vergangenheit. Wenn die Angst vor Veränderung stärker ist, als die Lust auf das Neue, springen die Gedanken unwillkürlich zurück in die Vergangenheit.

Anna Buttler "Halblicht"

Betreuung: Prof. Sibylle Klose und Prof. Christine Lüdeke

"Halblicht" steht für das Dämmerlicht der blauen Stunde, in der man nicht mehr zu erkennen vermag: kommt das, was sich vorher im Hintergrund befand nun in den Vordergrund oder umgekehrt? Die Grenzen verschwimmen und bekommen eine merkwürdige Diffusität. Die Kollektion "Halblicht" befasst sich mit den absurden Momenten unseres Traumerlebens. Mit der Divergenz, die uns oft erst auf den zweiten Blick auffällt. "Halblicht" soll den Astoß dazu geben, sich wieder mehr mit seinem Traumgeschehen auseinander zu setzen und sich den Chancen und kreativen Möglichkeiten, die sich daraus schöpfen lassen, bewusst zu sein.

Milena Gawlick "in( )me"

Betreuung: Prof. Johann Stockhammer und  Prof. Matthias Kohlmann

Was ist die eigene Intimität? Was das Reich der Verborgenheit? Die Begriffe »Traurigkeit – Angst – Schamgefühl – Stärke – Selbstannahme – Unabhängigkeit – Freude« leiten mit ihren Charakteristika durch das Line-up. So bilden sie einen Prozess von dunkler Verborgenheit hin zu bunter Leichtigkeit. Diese Kollektion erforscht die Tiefen der Menschen. Sie soll die Fülle, Einzigartigkeit und Vielschichtigkeit eines Menschen zum Ausdruck bringen. Jeder ist es wert, auf die eigene Entdeckungsreise zu gehen, den Mut aufzubringen, den persönlichen inneren, verborgenen Garten zu betrachten.

Sophia Spies "O Maria"

Betreuung: Prof. Sibylle Klose und Prof. Silke Helmerdig

O Maria ist ein Projekt, das die enge Verknüpfung zwischen Mode und Photographie untersucht. Es bedient sich beider Mittel um eine Konzept-Idee, sowohl zwei- als auch dreidimensional umzusetzen. Das Ziel ist es, zu zeigen, wie stark die Photographie Wirkung und Ausdruck der abgelichteten Mode beeinflusst, und welchen Unterschied die Wahl des Models, des Stylings, des photographischen Mittels und der Inszenierung macht. Das Thema dieser Arbeit ist das Marienbild. Diese Ikone der christlichen Kunst dient, vor allem im Wandel der Epochen, als ein wichtiges Indiz zur Interpretation des gesellschaftlichen Frauenbildes. Ich wählte drei Marienmotive, die mich am tiefsten berührten und untersuchte sie auf ihre Semiotik und Symbolik, um daraus neue Madonnen zu schaffen. Letztendlich entstanden drei Bildwelten, die zusammengehalten werden von einer gemeinsamen Kollektion und den verschiedenen mariologischen Symbolen, die in jedem Shooting ihren festen Platz einnehmen. Jede der Bildwelten behandelt eine andere gesellschaftliche Thematik und beleuchtet diese mit dem Licht, das von ihren ikonischen Marienvorbildern ausgeht. 

Theresa Leimgruber „wilderness“

Betreuer: Prof. Claudia Throm, Prof. Silke Helmerdig

Ruhe. Roh. Leben. Frei. Einsam. Funktioniert in der heutigen Zeit ein Leben abseits unserer modernen Gesellschaft? Es gibt viele unterschiedliche Gründe, warum Menschen diesen extremen Schritt, das Aussteigen aus der modernen Gesellschaft, zurück zu einem unabhängigen Leben in die Wildnis, wagen. Sie wollen einfach leben. Sich selbstversorgen. Die Kollektion „wilderness“ möchte den Träger dazu anregen, den Bezug zur Natur wieder ins tagtägliche Leben miteinzubinden. Sie soll weder kritisieren noch laut schreiend etwas anpreisen, sondern durch Charme, Funktion, Haltbarkeit und Nachhaltigkeit den potentiellen Käufer ansprechen. Es soll mit dieser Arbeit gezeigt werden, dass Hoffnung besteht. Hoffnung, nicht aufzugeben, nicht aussteigen zu müssen, sich nicht nur für eine Lebenswelt, Wildnis oder Stadt, entscheiden zu müssen, sondern beide miteinander zu verbinden. 

Isabelle Schmidt "Der Anfang ist nah"

Betreuung: Prof. Johann Stockhammer und Prof. Claudia Throm

Das Thema beschreibt die Analogisierung des Digitalen. In der Arbeit geht es um Werte, zu persönlichen Wert eines Kleidungsstückes oder Objektes. Durch die Globalisierung werden Grenzen überschritten, durch das Intenet werden diese Grenzen verwischt und unübersichtlich. Das Internet als virtuelle Bühne mit Echtzeit- Zugang. Die Präsentation durch eine vielfalt von Multimedia Material. Die Tore zur Welt sind selbst zur Welt geworden.

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