Dagmar Korintenberg übernimmt neue interdisziplinäre Professur

News

Ihre Lehre verbindet Kommunikationsräume, intermediale Gestaltung und neue Formen des Wissensaustauschs
Porträt von Dagmar Korintenberg

Foto: Wolf Kipper

Zum Wintersemester 2026/27 übernimmt Dagmar Korintenberg die Professur für Visuelle Kommunikation mit den Schwerpunkten intermediale Anwendungen, kooperative Strukturen und Raum an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim. Als erste Professur der Fakultät ist sie interdisziplinär ausgerichtet und keinem einzelnen Studiengang zugeordnet. Die Designerin bringt langjährige Erfahrung in der Gestaltung von Kommunikationsräumen mit und beschäftigt sich insbesondere damit, wie physische und digitale Räume Wissen vermitteln und Menschen miteinander ins Gespräch bringen.

Gestaltungspraxis und Lehre

Korintenberg ist Mitgründerin des Gestaltungsbüros Raumservice, das seit 2005 Kommunikationsräume für Wissensvermittlung und Austausch in Form von Ausstellungen, Erinnerungsorten und Event-Konzepten entwickelt.

An der Hochschule Pforzheim war Korintenberg bereits als Akademische Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte tätig. Zudem unterrichtete sie unter anderem in Stuttgart und Hamburg und war 2022 bis 2023 Gastprofessorin an der HTWG Konstanz. Als Fellow des KI-Campus beschäftigte sie sich gemeinsam mit Kolleg*innen verschiedener Disziplinen mit Künstlicher Intelligenz in der Hochschullehre. Für den Deutschen Design Club entwickelte sie im Team das „DDC Lab for Female Leadership“ und übernahm beim Wettbewerb „Was ist gut“ den Juryvorsitz im Bereich Kommunikation.

Ihre gestalterische Laufbahn begann Korintenberg mit einer Ausbildung an der Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim, die sie als staatlich geprüfte Formgeberin für Schmuck und Gerät abschloss. Anschließend studierte sie Visuelle Kommunikation an der Hochschule Pforzheim sowie Experimentelle Raumkonzepte an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. 2004 erwarb sie ihr Diplom in Visueller Kommunikation mit dem Schwerpunkt Ausstellungsdesign in Pforzheim.

Transformationsthemen in Kommunikationsräumen interdisziplinär verhandeln

Kommunikationsräume versteht Korintenberg erweitert und zeitgemäß, denn diese entstehen heute nicht mehr ausschließlich physisch. Sie können analoge Orte mit digitalen Medien und Plattformen verbinden und so neue Formen des Wissensaustauschs schaffen. Damit bringt Korintenberg einen Schwerpunkt in die Lehre ein, der die Grenzen einzelner Disziplinen überschreitet.

Wie das in der Lehre aussehen kann, zeigen Projekte, die Korintenberg bereits an der Hochschule Pforzheim umgesetzt hat. Gemeinsam mit Professorin Simone Sommer entwickelte sie 2025 ein Projekt rund um Flachs. Die Studierenden erforschten das Naturmaterial und übersetzten ihre Erkenntnisse in unterschiedliche gestalterische Formate.

Ein weiteres Beispiel ist „Mirror Machines“, das Korintenberg gemeinsam mit Professorin Nicole Ondrusch von der Hochschule Heilbronn leitet. Design-Studierende aus Pforzheim arbeiten dabei mit Informatik-Studierenden aus Heilbronn zusammen. Gemeinsam entwickeln sie Arbeiten, die Künstliche Intelligenz aus technischer, gestalterischer und gesellschaftlicher Perspektive untersuchen.

„Wenn wir über die Zukunft von Design und Lehre sprechen, ist die Verknüpfung der Fachbereiche zentral, um gemeinsam an komplexen Transformationsaufgaben zu arbeiten“, betont Korintenberg.