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Amelie Weinert mit "Mein Deutschland" im SWR

Den ersten Kontakt zwischen Flüchtlingen und Ehrenamtlichen zu vereinfachen und eine schnelle Hilfe zum Erlernen der deutschen Sprache anzubieten – diesen Wunsch hatte Amelie Kim Weinert. „Mein Deutschland“ ist ein Ordner, der mit Bildern, Stickern und Grafiken eine schnelle Kommunikation zwischen Flüchtlingen und Helfern ermöglicht. Entwickelt hat die Lernmethode die Absolventin des Pforzheimer Studiengangs Visuelle Kommunikation in ihrer Abschlussarbeit. Die Designerin aus Mühlacker arbeitet ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung und konzipierte auf Grund ihrer Erfahrungen diese Orientierungshilfe, die im Februar 2016 im Langenscheidt-Verlag erschienen ist.

Am 1. Juni 2016 um 19.20 war Amelie Weinert Studiogast im Format "Rakete" auf SWR2. Nachzuhören unter http://bit.ly/1WZZQYA

„Menschen verständigen sich zuerst über visuelle Elemente und ohne lange Texte“, ist Amelie Weinert überzeugt. Viele ehrenamtliche Helfer begegnen Menschen, mit denen sie keine gemeinsame Sprache verbindet und denen zum Teil auch das Lesen und Schreiben fremd ist. Der von Amelie Kim Weinert entwickelte Ordner „Mein Deutschland“ hilft, einander besser zu verstehen. Anders als bei herkömmlichen Lehrmitteln ist der Zugang spielerisch und leicht, ohne Lehrer- und Schülerhierarchie.

Damit das Lernen auch Spaß macht, verzichtet die Grafikerin aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen bewusst auf umfangreiche Sätze, sondern setzt auf eine klare Bildsprache. Das Konzept ist für ein Tandem aus erwachsenem Flüchtling und ehrenamtlichem Helfer ohne didaktische Vorkenntnisse ausgerichtet. Mit Arbeitsblättern, Gestaltungsvorlagen, Fotos, Zeichnungen, Stickern und Piktogrammen unterstützt „Mein Deutschland“ auch bei der Vorbereitung auf Alphabetisierungs- und Integrationskurse, bringt die deutsche Sprache und Kultur näher, erleichtert den Einstieg in die Welt der Schrift, Zeichen und Zahlen und schult die Feinmotorik und Schreibfertigkeit.

Knapp 60 Millionen Menschen befinden sich aktuell auf der Flucht – viele suchen in Deutschland Zuflucht. Die großen Zahlen stellen Land, Gemeinden und Helfer vor Herausforderungen. Diese Menschen suchen nicht nur nach einem neuen Ort zum Leben, sondern Integration, Anschluss und eine Zukunft. Die traumatisierten Flüchtlinge sprechen vielfach kein Englisch oder Deutsch, zum Teil ist ihnen auch das Schreiben oder Lesen fremd. Die Designerin arbeitet mit vielen Methoden, die aus einem anderen Umfeld bekannt sind. Sie sammelte diese Lern- und Arbeitsideen, arbeitete sie detailliert für Flüchtlinge um und entwickelte so ein passgenaues System. „Die Arbeitsweise entspricht der Lebenswelt und ist speziell für Erwachsene geeignet“, charakterisiert Amelie Weinert, die für „Mein Deutschland“ lange recherchierte. „Der Ordner verkörpert genau das, was Visuelle Kommunikation ausmacht: Menschen verständigen sich über visuelle Elemente und ohne lange Texte. Ich habe bestehende, bekannte Gestaltungen hinterfragt und einen neuen Weg gesucht, der es meiner Zielgruppe ermöglicht, sehr einfach zu verstehen und agieren.“ 

www.amelieweinert.de

Weitere Artikel und ein Interview:

SWR Fernsehen, Landesschau aktuell vom 8. September 2015, ab Minute 13’03:

http://swrmediathek.de/player.htm?show=5d15d1d0-5658-11e5-b0a9-0026b975f2e6

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/594010/Deutsch-lernen-mit-Stickern

http://page-online.de/kreation/hochaktuell-und-sehr-effektiv-visuelle-kommunikation-fuer-fluechtlinge/

http://chrismon.evangelisch.de/lernhilfe