Veranstaltung |  18 Dez 2019 | 18:00 - 19:30 Uhr | Aula Holzgartenstraße

Christian Jankowski zu Gast in der Artefakte-Reihe

Wie wird man eigentlich Jesus-Darsteller? Gibt es hierfür ein Casting und wie sollte die Jury aussehen (Casting Jesus 2011)? Kann man sich seinen eigenen künstlerischen Erfolg auf der Biennale von Venedig von TV-Wahrsagern vorhersagen lassen (Telemistica 1999)? Und lassen sich Kunstwerke auf der Art Cologne via Teleshopping verkaufen (Kunstmarkt TV 2008)? Das sind nur einige der Szenarien, die der Künstler Christian Jankowski zur Persiflierung der allgegenwärtigen Medienrealität und des Kunstbetriebs entwirft. Am Mittwoch, den 18. Dezember spricht Christian Jankowski um 18 Uhr mit dem Kunst- und Designtheoretiker Robert Eikmeyer in der Artefakte-Reihe der Fakultät für Gestaltung.

Legendär war Jankowskis Idee, als künstlerischen Beitrag zur „Skulpturen Projekte“ in Münster den Münsteraner Tatort zu entern (Tatort: Gott ist auch nur ein Mensch, Erstaustrahlung 2017). Als Kunstfigur Jan Christowski erklärt er gleich den ganzen Film zur Skulptur, indem er am Schluss die Protagonisten Boerne und Thiel samt Handlung in seinen Koffer packt. Blutsbrüderschaft mit Winnetou-Darsteller Pierre Brice, ein nie verwirklichtes Projekt, eine Konferenz mit den Figuren der Muppet Show (Puppet Conference 2003) oder gleich die ganze Manifesta 11 in Zürich verhexen – natürlich mit ungleichen Paarungen (What People Do For Money: Some Joint Ventures 2016). Die Liste der Interventionen und Einfälle des Berliner Konzeptkünstlers ist schier endlos. Dabei sind Situationskomik und Humor nur Begleiterscheinungen der Kunst von Christian Jankowski, im Vordergrund stehen der Mediendiskurs und die Durchdringung von Medienrealitäten, die zunehmend unseren Alltag strukturieren. Anders als der kritisch-dekonstruktive Ansatz der Videopioniere der 1960er und 1970er-Jahre, nähert sich Jankowski den Unterhaltungsmedien durchaus mit einer spielerisch-ironischen Haltung. An der Fakultät für Gestaltung spricht er über seine „Ansichten eines Clowns“. Denn kunstvolle Verdrehung ist eines seiner Lieblingsthemen, weshalb er auch zu lästigen Interviews schon einmal ein Double geschickt hat. Die Pforzheimer kennen ihn zumindest vom Plakat, das er eigens für die Veranstaltung gestaltet hat: „Talk mit mir“!

 

Artefakte

Christian Jankowski im Gespräch

19. Dezember 2019, 18 Uhr

Holzgartenstraße 36, Aula 

Im Anschluss „Weihnachts-Spätschicht"

Pressekontakt: birgit.meyer(at)hs-pforzheim(dot)de, Tel: +49 (7231) 28-6718