Veranstaltung |  08 Feb 2020 | 16:00 Uhr | 2. OG im A.K.T.; Theaterstraße 21

Discours de la Méthode „Erzeugen um zu Verstehen“

In den letzten Jahren hat sich die Grenze zwischen der sogenannten „digitalen“ und der analogen“ Welt immer mehr aufgelöst. Unsere Gebrauchsgegenstände und Lebensumgebungen werden „smart“ (ungefähr vergleichbar mit einer launischen Hauskatze) und gleichzeitig zunehmend unergründlich (wie ebendiese). Der Klang der Dinge (das Schnurren der Hauskatze) ist eine mögliche sinnliche Manifestation und Kommunikation von (unsichtbaren, rätselhaften) Handlungen und Vorgängen. Da scheint es nur konsequent, die Möglichkeiten der klanglichen Darstellung („Auditory Display“) auch für die Gestaltung interaktiver Gebrauchsgegenstände zu nutzen. Dabei dominieren im Bereich Auditory Display seit Mitte der Achtziger Jahre einfache Gestaltungsparadigmen, die weniger aus künstlerisch-ästhetischen Gestaltungsprozessen, als aus einer vereinfachten Semiotik heraus begründet sind und Anforderungen der Untersuchbarkeit nach wissenschaftlichen Kriterien (kontrollierbare Variablen) zu erfüllen haben. Die Klage über entsprechend „übelklingende“ Auditory Displays begleitet denn auch den Diskurs seit der Begründung des Fachgebietes. Als mögliches Gegenbeispiel – und durchaus Ansporn für diese Untersuchungen – kann die reichhaltige klangliche Palette des New Hollywood, und heute vielleicht der Videogames, dienen, die gleichzeitig avantgardistisch und massentauglich, rätselhaft und informativ, eigenartig und beziehungstauglich sein kann.

Dr. Daniel Hug beschreibt seine Untersuchungen der letzten Jahre, die den Möglichkeitsraum für eine Klanggestaltung interaktiver Gebrauchsgegenstände, Systeme und Umgebungen ausgelotet, und gleichzeitig analytisch-theoretisch untersucht haben. Dabei stellten sich einige methodische Fragen, beispielsweise: Wie extrahieret er erzählerische Grundformen welche sich in der klanglichen Inszenierung von interaktiven Artefakten und Systemen in Sci-fi und Fantasy Filmen verbergen? Wie untersucht er die Interpretation von Dingen und Klängen, die es nicht gibt? Wie erzeugt er diese Dinge auf eine Weise, welche kreative, eigenständige Lösungen ermöglicht, die trotz ihrer Vielfalt vergleichbar sind, und deren Analyse zu Einsichten führt, die eine Basis für weitergehende Gestaltungsbemühungen sein können? Kurz: Wie kann er die Spekulation über mögliche Zukünfte, die künstlerisch-gestalterische Exploration von Klang und Interaktion, und die Systematisierung mit Ziel eines Erkenntnisgewinnes verbinden?

Referent: Dr. Daniel Hug

Vortragsreihe der M.A. Design & Future Making

Discours de la Méthode
„Erzeugen um zu Verstehen“
8. Februar 2020, 16 Uhr
Theaterstraße 21, 2. OG im A.K.T.;

 

Pressekontakt: birgit.meyer(at)hs-pforzheim(dot)de, Tel: +49 (7231) 28-6718