Mode-Absolvent Lennart Bohle gewinnt Förderpreis

News

Wilhelm-Lorch-Stiftung zeichnet Bohle für Kollektion „Modi Funis – I am the printer“ aus
Portrait von Lennart Bohle

Fotos: Katharina Dubno

Für seine Kollektion „Modi Funis – I am the printer“ erhielt Lennart Bohle den Förderpreis der Wilhelm-Lorch-Stiftung, dotiert mit 5.000 Euro. Die Verleihung fand im Rahmen des TW-Forums in Frankfurt am 29. April 2026 statt. Insgesamt acht Preisträger*innen wurden ausgezeichnet.

In Lennarts Abschlusskollektion, entstanden im Bachelorstudiengang Mode, spielt das Thema Handwerk eine entscheidende Rolle. Dazu hat er alte Posamente wie Kordeln mit Hilfe handwerklicher Techniken so bearbeitet, dass sie eine digitale Ästhetik erhalten haben. „Ich möchte zeigen, dass das Handwerk auch in den Zeiten von digitalem Design und KI noch eine wichtige Rolle spielt“, erklärt er.

Die von Bohle entworfenen „Kreationen haben in ihrer markanten Formensprache eine couturige Anmutung“, lobt die Jury der Wilhelm-Lorch-Stiftung. Auch im Rahmen einer Ausstellung auf dem Berliner Salon sorgten die Kreationen für Aufmerksamkeit.

 

Von textilen Erkundungsgängen zu Couture
Schon als kleiner Junge hat Lennart Bohle sich auf „textile Erkundungsgänge“ begeben. Seine Eltern sind Raumausstatter – und so bot sich reichlich Gelegenheit für derartige Ausflüge. Aufgewachsen ist der heute 27-Jährige im westfälischen Lünen. Großen Wert legt er auf das handwerkliche Können. Deshalb ging er nach dem Abitur zunächst einmal nach Bayern, um bei dem Unternehmen Windmaißer in Cham eine Ausbildung zum Damenmaßschneider zu absolvieren. Im Anschluss begann er sein Mode-Studium an der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim.

Auch weitab von Pforzheim suchte Lennart neue Inspirationen. Sein Auslandssemester absolvierte er an der internationalen Shin Chen Universität in Taipeh. Den Aufenthalt in Taiwan nutzte er dann auch noch für einen längeren Abstecher nach Japan. Anschließend ging er nach Amsterdam und absolvierte ein Praktikum bei den Couturiers Viktor & Rolf. Ob er noch einen Master anhängen wird, weiß Lennart noch nicht. Erst einmal möchte er praktische Erfahrungen sammeln – „am liebsten bei einem Couture-Haus in Paris“.

 

Die Wilhelm-Lorch-Stiftung
Die Wilhelm-Lorch-Stiftung trägt den Namen des 1966 verstorbenen Gründers des Deutschen Fachverlags und der TextilWirtschaft. Jedes Jahr werden Projekte und talentierte Nachwuchskräfte der Textil- und Modebranche in den Kategorien Kreation, Wirtschaft, Technik und Weiterbildung im Handel ausgezeichnet. Die Fördergelder sollen die Preisträger in ihrer Aus- und Fortbildung unterstützen. Seit der Gründung der Stiftung im Jahr 1988 wurden 400 Förderpreise vergeben und knapp 2,3 Mio. Euro ausgeschüttet.

(Der Text enthält Ausschnitte aus dem TextilWirtschaft-Artikel.)

Preisverleihung mit vier Personen auf der Bühne