Johannes Bachor, "Bachor II"
Bachor II ist die Fortführung und Erweiterung der ersten Kollektion der Marke „Bachor“.
Die Marke „Bachor“ steht für Qualität und zeitloses Design.
Der minimalistisch Look wird mit raffinierten und subtilen Schnittführungen sowie funktionalen Details aufgewertet und verleiht den Kleidungstücken eine Besonderheit.
Klassische Bekleidung und Formen werden mit reduzierten Designelementen und Details aufgeweicht, bieten gleichzeitig Funktion und Tragekomfort.
Es entsteht ein weicher Übergang zwischen alltäglicher casual Bekleidung und formellem Tailoring.
Die minimalistische, funktionale und raffinierte Kollektion zeichnet sich durch eine konstruierte Weicheit aus. Diese wird mit der besonderen Schnittführung erreicht. Teilungsnähte werden auf das minimale reduziert,
damit die Bekleidung wie aus einem Stück erscheint. Weiche Stoffe und zarte neutrale Farben unterstreichen den Charakter.
Florian Blum, "Entwidmung"
Entwidmung / Umwidmung: Vertrauten Kenntlichkeit, ein retardierendes Moment der Ähnlichkeit. Diese Kollektion ersucht eine persönliche Antwort auf die Frage, ob Kleiderikonen historisch bedeutsam sind, ob ihnen Bedeutung inne liegt, oder wird diese exerziert, im Performativen? Wo verläuft diese Grenze? Was bedeuten jene Kleider?
Vanessa Geercken, "un:cover"
Mode beschäftigt sich mit der Bekleidung, die den Körper bedeckt. Hierdurch wird automatisch auch die Nacktheit, also die bewusste Entscheidung einen Bereich nicht zu bedecken, Teil des Designs. Inspiration und Anstoß für eine intensive Beschäftigung mit dem Thema der Verhüllung und Enthüllung war die Ausstellung Susanna im Wallraf-Richartz-Museum in Köln.
Es war ein besonderes Anliegen der Kollektion un:cover, Designs zu entwickeln, die persönlich und gesellschaftlich als kritisch angesehene Bereiche des Körpers verdecken. Mit Hilfe von Interviews wurden Komfortzonen definiert, welche wiederum als Grundlage für die Entwürfe dienten. Das Gefühl von Selbstbestimmung und Freiheit wurde durch fließende Stoffe und selbst gefärbte Prints kreiert. Die Ambivalenz zwischen Schutz und Verletzlichkeit findet sich in jedem Outfit durch das Spiel mit Verdichtungen und Auflösungen wieder.
Amra El Gendi, "HUMAN. NATURE"
Die Kollektion „AMRA EL GENDI- HUMAN. NATURE“ : Der Mensch steht im Mittelpunkt, ist aber zugleich eng mit der Natur verbunden. Die Wissenschaft begleitet uns Menschen auf unserer Entdeckungsreise und prägt unser Weltbild. Sie zeigt uns, dass der Mensch Teil der Natur ist und dass wir für die Entwicklung unseres Lebens auf der Erde verantwortlich sind. Wir sind auf die heutige Wissenschaft angewiesen, um Krankheiten zu bekämpfen und zu überleben. Das individuelle Selbst ist nicht kontrollierbar und die Macht der Natur bestimmt über uns selbst. Durch das zunehmende Wachstum der Erkrankung in der Kollektion wird die überdimensionale Form betont, und verschiedene Stadien der Krankheit werden wahrgenommen. Mittels Farben, Formfindung, Strukturen der Stoffe, Größe und Volumen wird die Übersetzung und Entwicklung von Wachstum der Krankheiten veranschaulicht, basierend auf fehlerhafter Zellteilung und deren Auswirkungen.
Clara Emmerling, "RESIDUUM"
Aufgrund von Massenproduktion und generalisierten Fertigungsprozessen ist es unwirtschaftlich geworden Restmaterialien zu verwerten. RESIDUUM ist der Prototyp eines regelbasierten Systems zur vereinfachten Generation von Strickmustern, um so die Komplexität inkohärenter Garnreste zu managen und dem Designenden Information über Materialverbrauch in Echtzeit zu kommunizieren. Der Formfindungsprozess soll hierbei so frei wie möglich vonstatten gehen, während indes die Grenzen unserer Ressourcenvorkommen berücksichtigt werden müssen. Es stellt sich die Frage nach Freiheit und Grenzen im Design, sowie die, nach der Notwendigkeit von informierten Entscheidungen innerhalb intransparenter Systeme.
Die komplette Arbeit ist einsehbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=1si8Hk5_ako
Leonie Frendel, "SELBST/BEWUSST"
Die Abschlussarbeit SELBST/BEWUSST visualisiert die Entwicklung des Selbstbewusstseins, die in fünf Phasen unterteilt wird: Das noch unbestimmte Selbst, die Körperwahrnehmung, das Spiegeln, das Imitieren und die Präsentation. Geprägt durch die Frage was ist Selbst, orientiert an einer psychologischen Recherche und inspiriert durch eine intuitive und emotionale Gestaltung von fünf Gemälden, entsteht eine Kollektion. Ziel der Arbeit ist es das Selbstbewusstsein zu stärken, indem sie ein Verständnis für die Bestanteile des Selbst erzeugt. So kann eine bewusste Präsentation und Gestaltung der eigenen Person erreicht werden. Zu dieser gehört auch eine Akzeptanz für den Körper und das Bedürfnis nach Anpassung und Schutz.
Niclas Hasemann, "wunderheiler"
„wunderheiler“ setzt sich, in Form einer Bekleidungskollektion und eines Films, mit der Bedeutung von Rationalität, Spiritualität und dem, was dazwischen liegt, auseinander. Mit dem Projekt soll eine sanfte Einladung dazu ausgesprochen werden, bei sich selbst diverse Formen der Erkenntnis zuzulassen. Die Akzeptanz der eigenen Fehlbarkeit bildet einen ersten Schritt auf dem Weg zu mehr Empathie und Gemeinschaft – Voraussetzungen für die Heilung von individuellen und gesellschaftlichen Erkrankungen unserer Zeit.
In der gestalterischen Auseinandersetzung mit der Philosophin Simone Weil wird untersucht, wie Kunst und Design diese Heilungsprozesse fördern können. Handwerkliche Techniken wie Weben, Färben und Drucken werden mit bedachter Zurückhaltung eingesetzt, um eine Brücke zwischen Spezifität und Abstraktion zu schlagen und so einen Impuls zum Umarmen der Unsicherheit zu geben: offen genug geschlossen genug.
Jessica Hug, "LOVELESS"
Die Kollektion LOVE LESS untersucht das Konzept von Liebe und Bindung, wie auch die Wertschätzung, die wir unseren Kleidungsstücken beimessen. Unsere heutige Konsumgesellschaft erschwert es uns ungemein an bestimmten Dingen festzuhalten. Warum trennen wir uns zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu schnell von einst geliebten Personen oder Gegenständen, anstatt an etwas festzuhalten? LOVE LESS gründet in einem nachhaltigen Kollektionskonzept und einer Langlebigkeit von Kleidungsstücken. Hierbei sollen die Kleidungsstücke zum „Love Object“ des Trägers werden. Während manche Kleidungsstücke dem Gedanken der Flüchtigkeit, dem Glatten und Oberflächlichen unserer modernen Gegenwart zugeordnet sind, erscheinen andere in einer tiefen Verbundenheit. Sie finden ihren Ausdruck in Designreferenzen von Mode-Klassikern und im klassischen Tailoring wider. Um das Kollektionskonzept zu unterstreichen wurden langlebige Naturmaterialien verwendet wie beispielsweise Leder, Seide, Kaschmir oder Schurwolle.
Julia Kneip, "Solarpunk"
„Solarpunk“ – dieser Kollektionstitel steht, wie auch das gleichnamige Genre in der Literatur, für eine optimistische, hoffnungsvolle und lösungsorientierte Zukunftsvision, in der Umwelt- und Klimakatastrophen überwunden oder verhindert werden konnten.
Der Stil der Kollektion spiegelt, insbesondere durch die innovative Verwendung und Bearbeitung der Materialien, die positive Zukunftsorientierung der Solarpunk Bewegung wider. Alte Mustercoupons und Samples gelangen durch das Upcycling wieder zu neuem Wert. Der Sammlercharakter des Solarpunk zeigt sich deutlich in den Werkstücken, die davon leben, dass unterschiedlichste wiederverwendete Textilfasern und Gewebe miteinander verbunden werden und so eine beeindruckende neue Synthese entsteht. Leuchtende, erdige Töne stehen für Natürlichkeit und Erdbezogenheit. Um eine natürliche Farbigkeit zu erzielen, werden pflanzliche und tierische Gewebe entweder in ihrer Naturfarbe belassen oder mittels natürlicher Stoffe eingefärbt. Schimmernde, reflektierende, metallische Materialien verkörpern den technisch-futuristischen Aspekt des Solarpunk.
Evelin Lerich, "SAINT SCIENCIA"
SAINT SCIENCIA stellt eine einzigartige Streetwear Kollektion dar, die technologischen Fortschritt und Spiritualität harmonisch verbindet. Inspiriert von der mythologischen Figur Prometheus und seinem gleichnamigen Saturnmond, entführt einen die Kollektion in eine fiktive Zukunft.
Das Design vereint futuristische Elemente mit Symbolen indigener Kulturen, mithilfe des Einsatzes von hochentwickelten Materialien des Outdoorbereiches.
Die Kollektion verwendet Naturmaterialien wie echte Kristalle und Muscheln und erfüllt gleichzeitig schutzgebende Eigenschaften der Outdoorbekleidung. Dazu zählen zahlreiche Körperprotektoren, die ebenfalls wie Teile des Schmuckes 3D-gedruckt wurden.
SAINT SCIENCIA steht für eine harmonische Gesellschaft, in der Wissenschaft und Glaube, Fortschritt und Tradition miteinander verschmelzen. Die Kollektion repräsentiert eine gemeinsame Zukunft, die durch Dialog und Zusammenarbeit Frieden und Fortschritt bringt.
Paula Lessel, "Fashion for an Empty World"
„Fashion for an Empty World“ ist eine Bestandsaufnahme. Sie hält den Moment, in dem Fülle, Übermaß und Exzess in die Leere umschlagen fest. Inspiriert von einem Zitat von Sloterdijk befasst sie sich mit einer Welt in der „Grauzone“. Diese macht sich immer wieder bemerkbar, „sobald die Ordnung versagt, ohne dass das Chaos willkommen wäre“.
Die Kollektion bricht mit der Erwartung, dass Mode stets Neues produziert. Stattdessen stellt sie fest, dass es sich vielmehr um Varianten des Vorhandenen handelt. Jeder der entwickelten Looks beschreibt eine Ausreizung von Modeklassikern. So passen überlange Nähte nicht auf ihre Gegenstücke, riesige Hemden werden auf den Körper geknautscht, und großzügige Röcke entpuppen sich als Stolperfallen.
„Fashion for an Empty World“, als eine Betrachtung des Ist-Zustands, ist vielleicht nicht die Lösung für unsere voll-leere Welt, doch sie ist eine neugierige Betrachtung des bunt-grauen Rauschens.
Lydia Öhler, "IMPRESSION l EXPRESSION"
IMPRESSION l EXPRESSION ist eine Kollektion, die von besonderen und vertrauten Momenten während einer Reise in Korea inspiriert ist. Sie verbindet persönliche Eindrücke Koreas mit einzelnen Erinnerungsbruchstücken aus der Kindheit. Jedes Detail der Kollektion erzählt eine individuelle Geschichte und spiegelt die Vielfalt und Schönheit dieser Erinnerungsmomente wider.
Die Kollektion fängt die Komplexität der Erinnerungen ein und lässt sie in den gebleichten Stoffen und subtilen Mustern wieder aufleben. Die Flüchtigkeit und Transparenz dieser besonderen Momente werden durch überlagernde Muster symbolisiert, um eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen.
Die Kollektion lädt dazu ein, in diese besonderen Momente einzutauchen, eigene Geschichten zu entfalten und den Betrachter in eine Welt voller persönlicher Erinnerungen und Emotionen zu entführen.
IMPRESSION l EXPRESSION ist ein künstlerisches Tagebuch, das unzählige Eindrücke und verborgene Erinnerungen zum Ausdruck bringt.
Clarissa Ottmann, "Fuman - The Future Human"
Eine Welt die unter anderen Umwelteinflüssen steht. Eine Welt im Jahre 3050. Eine Welt, die hell ist. Eine Welt, die technisiert ist. Eine Welt des Fuman. Das Klima ist erwärmt.
Es ist heiß. Weite Teile der Erdoberfläche sind unbewohnbar, verkrustet.
„Fuman - The Future Human“, ist ein Kollektions-Konzept, welches von einem menschlichen Körper inspiriert ist, der an andere als die heutigen Umwelteinflüsse angepasst ist. Die Gestaltung der Kollektion richtet sich nach einem eigens entwickeltem Szenario, nach der Welt, in der der Fuman lebt. Es geht darum, eine neue Körper- und Formensprache zu entwickeln, indem die Basis der Bekleidung geändert wird. Der Fokus der Kollektion liegt auf dem modifizierten Körper, der Anatomie des Menschen, der zum Fuman wird. Die Umsetzung erfolgte durch die Modellierung eines nicht-menschlichen (virtuellen) Körpers, in Form eines digitalen 3D Modells. Dieses wurde in den analogen Raum übertragen, um eine experimentelle Schnittführung durch Drapage zu ermöglichen. Die rückenlastige Körperhaltung wird durch die mit 3D Drucken hergestellten Schuhe erzeugt.
Eugen Schlecht, "ki mir uh"
Chimerismus, benannt nach einem Wesen aus der griechischen Mythologie, bezieht sich auf Organismen, die Zellen von genetisch unterschiedlichen Individuen enthalten. Es kann natürlich vorkommen oder durch medizinische Verfahren erworben werden. Die Entdeckung von Chimären ist herausfordernd und selten. Die Existenz von Chimären wirft wissenschaftliche und ethische Fragen auf. Forschung über Chimerismus birgt potenzielle Vorteile, erfordert jedoch ethische Überlegungen. Ki mir uh strebt an, die Komplexität des genetischen Chimerismus visuell darzustellen und den Kontrast zur gesellschaftlichen Norm hervorzuheben. Betrachter werden ermutigt, sich mit den Elementen auseinanderzusetzen, um ihr eigenes Verständnis und ihre eigene Meinung zu diesem faszinierenden Thema zu entwickeln.
Oliver Schraft, "generated Fashion"
Die Arbeit „generated Fashion“ beschäftigt sich damit, auf welche Weise digitale Mittel in der Mode genutzt werden können, um die Konsument*innen in den Designprozess zu involvieren und damit spielerisch eine emotionalere Bindung zu den Kleidungsstücken aufzubauen. Der Anspruch war, einen positiven und nachhaltigen Einfluss auf die Modeindustrie zu entwickeln. Hierfür wurde eine App entwickelt, in der ein digitaler Doppelgänger eines realen Looks äs- thetisch an die Vorlieben der Konsument*innen angepasst werden kann.
Diese App dient als ein Element in der Produktionskette und kann als Service von Firmen ge- nutzt werden, um ihren Kund*innen die Möglichkeit zu verschaffen, aktiv am Designprozess mitzuwirken.
Die von den Kund*innen digital erschaffenen Looks werden im Anschluss an die Manufaktur geschickt, wo die Bestellungen on demand produziert werden.
Delara Vafi, "Ophelia"
„Ophelia“ basiert auf Shakespeares Hamlet. In der Tragödie gehören intelligente Monologe dem Prinzen und in Dialogen übernehmen männliche Figuren stets die Oberhand. Im Laufe der Geschichte soll Ophelia widersprüchlichen Erwartungen gerecht werden, dem Wahn verfallen und letztendlich tragisch und einsam in einem Fluss ertrinken. Über die Jahrhunderte entwickelte sich Ophelia aus einem Nebencharakter zu einem beliebten eigenständigen Motiv in der Kunst. Durch ihre Passivität und skizzöse Natur, die Shakespeare einbehalten hat, entstand eine Art Projektionsfläche, auf die verschiedene ambivalente Weiblichkeitsbilder projiziert wurden. Zielsetzung ist es, die widersprüchlichen Erwartungen künstlerisch zu interpretieren und in einen heutigen Kontext zu stellen. Die Kollektion stellt somit eine eigene Projektion und somit persönliche Interpretation von Weiblichkeit dar, die Feminität in ihrer Schönheit und Stärke aufzeigt.
Terje Vincentz, "venustas mortis"
In unserer von Geschwindigkeit und Funktionalität geprägten Gesellschaft rückt das Sterben zunehmen an den Rand des Lebens. Der Tod wird mehr und mehr als ein Hindernis betrachtet, welches es wie selbstverständlich zu überwinden gilt. Doch ohne den Tod wird das Leben wertlos. »venustas mortis«, der schöne Tod, hebt die Natürlichkeit des Todes hervor. Dazu gehört auch, Trauer nach außen zu bekunden und mit seinen Mitmenschen zu teilen. Trauerkleidung ist ein wichtiger Bestandteil dieser Kommunikation nach außen. Da Trauer auch eine Wertschätzung der Verstorbenen ist, soll ihr mit Schönheit begegnet werden. »venustas mortis« unterstützt, sich gegenüber einer tabuisierten aber essentiellen Thematik zu öffnen. Die Kollektion legt die schöne Bedeutsamkeit des Todes offen und sensibilisiert für eine neue Betrachtungsweise der Sterblichkeit.
Rebecca Madlene Wiedmann, "ˈdeːʊs ɛks ˈmaxina"
Die Abschlusskollektion "Deus ex machina [ˈdeːʊs ɛks ˈmakhina] – Eine Symbiose von Mensch und Maschine" erforscht die Rolle neuer Technologien im kreativen Prozess von Designer*innen. Mit digitalen Tools und Technologien haben Designer*innen Zugang zu Ressourcen, die bei der Entwicklung neuer Ideen und der Bewältigung kreativer Herausforderungen helfen können. "Deus ex machina", was das Erscheinen einer Gottheit mithilfe einer Bühnenmaschinerie bedeutet, symbolisiert heute ein unerwartetes Ereignis, das in Notsituationen hilft. Designer*innen stehen oft unter Druck, kontinuierlich kreative Inputs zu liefern und Konzeptanforderungen zu erfüllen. Neue Technologien können ihnen helfen, diesen steigenden Anforderungen gerecht zu werden und den kreativen Fluss aufrechtzuerhalten.
Künstliche Intelligenz (KI) und Text-to-Image-Generatoren wurde im Designprozess der Kollektion eingesetzt. Lasercut-Technologie für präzise Schnitte in Plexiglas und das Arbeiten an einer Strickmaschine, welche bei der Kollektiosnsumsetzung verwendet wurden, sorgen für einen Wiedererkennungswert. Die Modedesigner*in zeigt, wie Technologie und KI in den Designprozess integriert werden können, um Kreativität und Innovation zu fördern. Die Zukunft der Mode liegt in der Verbindung von Design und Technologie und man darf gespannt sein, welche weiteren Entwicklungen und Möglichkeiten die nächsten Jahre bringen werden.
Ece Akbulut, "EFSUN"
Diese Kollektion basiert auf einer fiktiven Persona namens EFSUN. Eine türkische junge Frau, geboren und aufgewachsen in Europa. Trotz ihrer Liebe zu der türkischen Kultur, fühlt sie sich durch dieses und ihr türkisches Umfeld unter Druck gesetzt, sie fühlt sich fehl am Platz und unverstanden. Vor allem wenn sie ihr nicht-türkisches Umfeld sieht und das Gefühl bekommt, dass sie sich selbst einschränken muss. Dann entdeckt sie die Magie für sich und nutzt dieses als Instrument ihrer Befreiung, sie findet etwas, dass sie fasziniert, was jedoch „verboten“ ist und fängt an die verschiedenen Welten für sich zu verschmelzen und eine Neue zu schaffen. Diese Kollektion ist ein Zusammentreffen von diesen drei Lebenswelten von EFSUN: -der türkischen Kultur und der Druck der von ihm ausgeht -der westlichen/modernen Welt -der Magie als Element der Befreiung
Natalie Berndt, "he@olymp.md"
Mode ist eine Momentaufnahme und ständig im Wandel, weshalb auch das Hemd seit längerem nicht mehr den gleichen Stellenwerten hat, wie es schon einmal hatte. So auch für die Firma OLYMP, die sich neu umorientieren möchte, sodass die junge Generation wieder aufmerksam auf das Hemd wird und mit einbezogen wird. In Bezug auf die Firma OLYMP und die aktuelle Situation ist das Thema der Bachelor Kollektion mit dem Titel "he@olymp.md entstanden". Der Titel der Kollektion besteht aus den Begriffen OLYMP, Hemd, Mann und Mode. Hauptbestandteil der Kollektion sind die klassischen Hemdstoffe der Firma. Dabei werden die Hemdstoffe für alle Arten von Kleidungsstücken verwendet, weshalb ein leichtes und angenehmes Tragegefühl entsteht. Um mehr auf die Nachhaltigkeit der Firma einzugehen, werden neutrale Farben verwendet, die auch auf längeren Zeitraum für die Kollektion und letztendlich den Kunden interessant bleiben. Passend entsteht eine tragbare Kollektion.
Melanie Glätsch, "textile monster"
In Ghana (Afrika) landen täglich mehrere hunderte Tonnen an Kleidung, die aus Altkleidersammlungen der ganzen Welt dorthin exportiert werden und dort ihr Ende auf stetig wachsenden Mülldeponien finden. Die Kleidung auf diesen Bergen kann kaum mehr als solche ausgemacht werden, denn alles scheint zu einer Masse geworden zu sein. Es scheint, als könne jederzeit ein Monster draus entstehen, geboren aus angestauten Gefühlen, die mitsamt der Kleidung darunter vergraben wurden. Im japanischen Volksglauben wird allen Dingen auf der Erde eine Seele zugeschrieben. Wird ein Gegenstand wie ein Kleidungsstück achtlos weggeworfen, wird diese Seele zu einem Dämon, der diesen Gegestand zum Leben erwachen und Rache verüben lässt. Inspiriert von diesem japanischen Glauben und dem Anblick der Textildeponien entstand die Kollektion textile monster, die rein aus ausrangierter Altkleidung besteht. Jeder Look entspringt zudem einem Gefühl, welches man durch Vernachlässigung emdfinden kann.
Anna Günther, "Beyond"
Die BEYOND-Kollektion dient als Beispiel für einen visionären Produktansatz und verkörpert eine strategische Ausarbeitung in hybrider Form im Hinblick auf den sich verändernden Charakter von Produkten. Der Käufer dieser Kollektion kann als jemand beschrieben werden, der den urbanen Lebensstil genießt, schnelle Autos fährt, viele Clubs besucht und offen für verschiedene gesellschaftliche Veränderungen ist. Er/Sie wünscht sich eine visionäre Veränderung in subtiler Form, die sich an ihren schnellen Lebensstil anpasst und mit diesem harmoniert. In der Kleidung spiegelt sich dies durch sportlich-schicke und Outdoor-inspirierte Kleidungsstücke sowie durch schwarze Stoffe und kantige Muster wider. QR-Codes auf der Kleidung ermöglichen es der Zielgruppe, zusätzlich ein zweites Produkt zu erhalten, das digital als Fragmentstück dargestellt wird, das wiederum als Trophäe und Wert im Metaverse dient und dort auch ausgestellt werden kann.
Melisa Günyak, "self-coating"
Die Kollektion self-coating repräsentiert, wie sich die Kultur der einen Welt, in die der anderen einfärbt und sich dazwischen legt. Es beginnt ein Prozess, wo das Verhalten, bedachter, kontrollierter und vor allem verschlossener wird. In diesem Sinne wird ein individuell angepasstes „Coating“ angelegt. Eine temporäre, kulturelle „Camouflage“. Das Konzept von „Self-Coating“ versteht sich als eine Art „schützende“ Camouflage-Hülle und verbindet sowohl die altbekannte, türkische Welt mit der neuen „westlichen“ bzw. „deutschen“ Welt als auch die neue, fremde türkische Welt mit der vertrauten deutschen Welt. Die daraus resultierenden Muster, Ornamente und Oberflächenbearbeitungen, die entwickelten Formen und Silhouetten, die fragmentarischen Details sowie die Farb- und Stoffkombinationen lassen beide Welten temporär verschmelzen oder sich aneinander verformen.
Sarah Kehr "I’M A NUMBER NOT A NAME"
I’M A NUMBER NOT A NAME beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Mode, Raum und Körper und untersucht die Grenzen zwischen physischen und virtuellen Räumen anhand des Konzeptes von Virtualität nach Gilles Deleuze. Das gestalterische Hauptelement ist die Falte als eine an sich raumschaffende Struktur sowohl am Körper als auch im Raum. In Anlehnung an die Theorien von Gilles Deleuze, in denen die Falte als Analogie für die Definition von Virtualität herangezogen wird, wird die Falte in der Kollektion verwendet, um die Verbindung zwischen Mode, Raum und Körper zu entfalten. Sie nutzt KI, um die tradierte Dichotomie von Mode und Körper in Frage zu stellen und präsentiert sich in einer audiovisuellen Inszenierung, die eine virtuelle Nachbildung des physischen Raumes erzeugt. Die Inszenierung unterstreicht die Relation von physischen und virtuellen Räumen und betont die Bedeutung des Körpers, der als Verbindung unabdingbar bleibt.
Ruben Landrichter "Carnate"
Körperrepräsentationen wie Schneiderpuppen und Schnittmuster sind hoch funktionale Instrumente der Modeindustrie, perfektioniert auf ein weit verbreitetes Maßsystem von Größen und Formen. Daher können ihre Auswirkungen auf den Designprozess leicht übersehen und Körper auf eine Reihe von Maßen reduziert werden. Aber Körper ist nicht nur Form. Er ist weich und formbar, flexibel und posierbar. Er besitzt keine geraden Linien. Körper ist expressiv in der Art, wie er sich bewegt, anfühlt und kommuniziert. Ist es möglich, diese Aspekte von Körper in Schneiderpuppen umzusetzen, um darauf Mode zu fertigen? Wie wirkt sich das auf die entstehenden Kleidungsstücke aus?
Carnate ist ein experimentelles Forschungsprojekt, das zeigt, wie die Einbeziehung alternativer Körperrepräsentationen unser Verständnis von Körper erweitern, als Grundlage für die Entwicklung innovativer Schneidertechniken dienen und verfügbare Design-Werkzeuge ergänzen kann.
Lynn Martin, "Purpose"
Die Abschlussarbeit "Purpose" beschäftigt sich mit der Verantwortung des Designers und der Designerin im ästhetischen Kapitalismus. Wie erschafft man ein holistisches Designkonzept, welches einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft hat? Eine sinnvollen Art zu Gestalten. Es entstand eine Kollektion für Tänzerinnen, welche eine moderne Denkweise vertritt und mit der konservativen, traditionellen Institution des Balletts bricht. Das Kleidungsstück agiert als zweite Haut, für jeden Hautton. Sowohl durch die ausschließlich natürlichen Materialien als auch durch die Form und den innovativen Herstellungsprozess. Jede Tänzerin kann sich mit ihrem Kleidungsstück identifizieren. Ein zentraler Faktor bei der Fertigung der Kollektion war die Wahl des Materials. Natürliche und hauptsächlich ungefärbte Garne ermöglichen, dass die Kollektion biologisch abbaubar und Hautverträglich ist. Die Tänzerin und Athletin steht im Fokus und das Kleidungsstück passt sich ihrem Körper an. Die Kollektion drückt Reduktion, Funktion und Einheit aus.
Saskia Reggel "FASHION⇄PLAY"
Die Kollektion FASHION⇄PLAY von Saskia Reggel entstand nach einem inspirierenden Besuch des renommierten Künstlers Jonathan Meese an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim. Durch den Vortrag „KAMPF UMS SPIEL! (KUNST SPIELT UNS (ALLE(S))))!“ kehrte sie gedanklich in das Spielzimmer ihrer Kindheit zurück, um daraufhin die Kollektion ihrer Bachelorarbeit zu entwerfen. In erster Linie erinnerte sie sich daran, wie sie als Kind den Kleiderschrank ihrer Eltern durchwühlte, um mit Kleidung zu spielen. Ein Kindheitsfoto, auf dem sie ihren Kopf aus dem Ärmel ihrer Mutter steckt, wurde dabei die Grundlage ihres Designprozesses. Ungehemmt und ohne Druck entfaltete Saskia ihren kreativen Fluss, der es ihr ermöglichte, eine überschwengliche Unisex-Linie zu entwerfen, welche die Essenz des Spiels zelebrieren sollte. Ihre erworbenen Designfähigkeiten, gepaart mit der Lust am Spielen, machten es ihr möglich diese moderne Kollektion hervorzubringen. Als Grundstein für ihr Spiel diente dabei das Buch „Homo Ludens“ von Johan Huizinga, hier beschreibt er das Spiel als eine freiwillige Tätigkeit, das von „bindenden Regeln“ beschränkt wird und außerdem den Grenzen von Zeit und Raum unterliegt. Zudem wird das Spiel von Gefühlen der Freude und Spannung begleitet. Dabei stellte Saskia die Spielregeln ihrer Kollektion aus Sicht ihres kindlichen, naiven Ichs auf. Die Bedeutung der Nachhaltigkeit entwickelte sich aus der Sicht der ausbildeten Designerin, indem sie das Durchwühlen des Kleiderschranks der Eltern auf die Verwendung von Secondhand Material übertrug. Die "Basteleien", die durch das kindliche Spiel entstanden, werden zu "Werke" und die Nachhaltigkeit zum Grundstein für eine neue Ära in der Modegestaltung.
Adriano Schaich "neo*vogu[e]ing"
neo*vogu[e]ing beschäftigt sich mit Mode abseits der dominierenden Gender Normen und zeigt, wie Mode aussehen kann, wenn Gender als etwas Fluides betrachtet wird. Als Vorbild dient die Ballroom Culture. Eine subkulturelle Gegenbewegung, welche im New York der 80er Jahren ihr eigenes Gendersystem erschuf, abseits der dominierenden Zweigeschlechtlichkeit. Für die Ballroom Community ist die Gender Identity, etwas formbares, viel mehr ein Akt der kulturellen Performanz, etwas das sich stetig weiterentwickelt. neo*vogu[e]ing knüpft an diese visionären Ansichten an und führt die stattgefundene Gender Transgression im Kontext der Genderfluidität und der Mode fort. Die Auseinandersetzung dieser Arbeit zeigt auf, wie Mode abseits der Grenzen von Gender erlebt wird und bietet das Potential, die bisher vorherrschenden binären Definitionen von Männlichkeit und Weiblichkeit weiter zu diversifizieren, deren Grenzen aufzubrechen und „fluide“ zu gestalten.
Jacqueline Scherlinger, "TIGRIS TANG"
Die Idee der Kollektion TIGRIS TANG kam mit dem chinesischen Tigerjahr 2022. Die Kollektion kombiniert die westliche moderne Kleidung mit der Ästhetik der chinesischen Kultur während der Tang Dynastie. Das Konzept und die Designelemente basieren auf dem Tiger. Der Tiger wird sowohl in der Form als auch in den selbst erstellten Prints und Stickereien aufgegriffen. Die Kollektion kreiert einen neuen chinesischen Stil, der einerseits ein Gefühl von traditionellem chinesischem HanFu gibt, andererseits alltagstauglich ist. Die Kleidungsstücke treffen genau die Mitte zwischen Modernität und Tradition. Die Wildheit des Tigers findet sich in den Streetwear Teilen der Kollektion wieder. Die Arbeit verbindet Eindrücke aus der Kindheit in China mit der Jugend in Europa.
Arzu Simsek, "Durch Wahrnehmung und Empfindung die Stimmung beeinflussen."
Die Kollektion "Durch Wahrnehmung und Empfindung die Stimmung beeinflussen." hat sich von der Art und Weise wie Menschen ihr alltägliches Leben wahrnehmen inspirieren lassen und sich dabei die Frage gestellt, inwiefern die Wahrnehmung die Stimmung beeinflussen kann. Das Konzept konzentriert sich auf Themen wie der Kontrast, das Licht und die Transparenz und verfolgt die Absicht Menschen auf ihre eigene Wahrnehmung zu sensibilisieren und aufmerksam zu machen. Durch verschiedene Ansätze der Materialien und der Modifikationen, soll das Projekt die Möglichkeiten, die die Transparenz der Materialien aufzeigt, verdeutlichen. Mithilfe des Lichteinfalles und der Körperbewegung wird der Eindruck erweckt, die Materialien seien lebendig. Durch das Zerstreuen des Lichtes von den Materialien auf die Umgebung wird diese auch ein Teil der gesamten Kollektion. Während der Betrachtung ist der Beobachter eingeladen die Materialien mit den eigenen Sinnen wie die des Sehens, Fühlens und Hörens wahrzunehmen und zu erleben.
Julia Walter, "The Monsters of Marilyn"
Marilyn Monroe gilt als Pop-Ikone, Kultfigur und Legende. Als glamouröses Pin-up-Model, Hollywood-Schauspielerin und Sängerin machte sie sich einen Namen als Sexsymbol in den 1950er Jahren. Allerdings startete ihr Leben holprig: Sie lernte ihren Vater nie kennen, ihre Mutter war die meiste Zeit in der Psychiatrie. So wurde sie ihre gesamte Kindheit hin-und her gereicht. Was viele nicht wissen: Marilyn hatte innere Dämonen. Diese versuchte sie mit Pillen und Alkohol in den Griff zu bekommen. Es wird mittlerweile davon ausgegangen, dass Marilyn Monroe an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung litt. Diese ist gekennzeichnet durch instabile zwischenmenschliche Beziehungen, einem verzerrtem Selbstwertgefühl, starker emotionaler Reaktionen und einem Gefühl von innerer Leere. So herrschen auch Spekulationen, ob es sich bei ihrem Tod vielleicht um einen Suizid handeln könnte. "The Monsters of Marilyn" soll eine Kollektion sein, die auf die wahre Marilyn aufmerksam macht, sie aber auch ehrt. Anstatt sie wie die Medien konstant zu objektifizieren und zu kapitalisieren, soll ihre Persönlichkeit und ihr Leid, somit aber auch ihre unglaubliche Stärke im Vordergrund stehen.
Ella Wanner, "ADRENALINE"
„ADRENALINE“ behandelt die Emotion eines positiven Adrenalinrausches. Erzählt wird das mittels des Konzepts, welches neuartige, halsbrecherische Extremsportarten definiert. Bei den Sportler*innen soll dieser Rausch bis ins Extrem ausgereizt werden. Dies geschieht über das Konzept, also das Wissen über die bevorstehende Tat, sowie folglich über die ungewöhnliche Schnittführung, die dem Träger ein Gefühl ab der Norm eines normalen Tragekomfort bietet. Zudem bestärkt die Optik der Looks dieses Gefühl ebenfalls. Die gesamte Kollektion basiert dabei auf dem Ansatz des „form follows function“. Die Funktion hierbei wird über das Konzept der neuartigen Sportarten in dieser Form das erste Mal behandelt. So entstanden Kreationen wie Paintball X Parcours, bei dem beide der bereits bestehenden Sportarten in der Mischung eine neue ergeben, welche aber in den folgenden Schritten ebenfalls neue Funktionen birgt.
Leona Anderson, "fluid body"
Die Kollektion "fluid body" befasst sich mit dem Thema der sozialen Identität und ihrer Veränderung. Insbesondere geht es um die Frage der Geschlechtsidentität. Starre Definitionen, wie z.B. was männlich und was weiblich ist, werden teilweise außer Kraft gesetzt. Durch das Verschieben des Kleidungsstücks am Körper bekommt es Raum und weibliche Merkmale, wie die Brust, verschwinden. Identität kann und wird durch Kleidung nonverbal kommuniziert. In der Kollektion sind Stoffmuster und ihre Assoziationen ein wichtiger Bestandteil. Stoffmuster wie Tweed, Tartan und Nadelstreifen sind Teil der Kollektion. Diese Muster und ihre Assoziationen, zum Thema Identität und Geschlecht, werden bewusst eingesetzt und in einen anderen Kontext gestellt. Die Kollektion ist eine Auseinandersetzung mit Identitätszuschreibungen in Bezug auf Kleidung, Textilien und das Spiel mit deren Assoziationen. Dabei werden Definitionen typischer Geschlechterzuordnungen aufgelöst und neu interpretiert.
Fotograf*in: Maxim Schipko
Ivona Andrlon, "The other side"
Der Schatten ist nicht nur in unserer physikalischen Welt, sondern auch in unserer inneren, psychischen Welt vertreten. Die Eigenschaften des physikalischen Schattens beinhalten Licht-Verhältnisse, das Abbild eines Objekts, umfasst eigentlich keine Materie und kann nicht eigenständig existieren. Er ist sozusagen unser „stiller Doppelgänger“. Der psychologische Schatten kennzeichnet sich durch seinen Ursprung im tiefen Unterbewusstsein. Er wird hier als alles negativ verdrängte und Verborgene beschrieben. Er umfasst nicht-akzeptierte Persönlichkeitsanteile, die dem Ich-Ideal nicht entsprechen. Der psychologische Schatten ist, analog zum physikalischen Schatten, der „dunkle Doppelgänger“. Wie würde das ganze aussehen, wenn man den physikalischen Schatten und den psychologischen Schatten miteinander in eine textile Materialität umsetzt? Ziel ist es, den Schatten aus seiner Stille herauszunehmen und ihn in den Fokus zu setzen, sodass er sich in seiner gegebenen Materie auf seine Art und Weise, mit Hilfe des menschlichen Körpers, entfalten kann. In Folge dessen soll er nicht mehr der stille und dunkle Doppelgänger, sondern ein wandelndes und ein endlos schöpfendes Potenzial sein.
Fotos: Ivona Andrlon, Foto und Lichtassistenz: Rita Liparoti, Stefanie Hadamjetz, Meilin Hang Schäfer, Fabienne Golderer, Mariana Guilherme Nunes, Fotostudio/Voreinstellungen: Harald Koch
Lauréline Bopp, "An Afrikan Chromo Morpho Typologie"
Die Kollektion "An Afrikan Chromo Morpho Typology" wurde in der Elfenbeinküste für die ivorische Bevölkerung konzipiert und entworfen. Jeder Look repräsentiert eine Persönlichkeit, wie sie in der empirischen Theorie der Chromo-Morpho-Typologie definiert ist, angepasst an eine entsprechende Persona in Abidjan. Die schönen Stoffe, Materialien, traditionellen Muster und Kleider waren die Inspiration für diese Kollektion. Auch das Element der Nacktheit, das ursprünglich bei vielen Stämmen durch die Betonung von Ornamenten zum Einsatz kam, findet sich in jedem Look wieder. Auf diese Weise passt das Outfit gut zu dem heißen Klima. Die Designerin wollte die Schönheit der Kultur der Elfenbeinküste, in der sie als Kind gelebt hat, zum Ausdruck bringen. Indem sie die von den Einheimischen geäußerten Bedürfnisse mit der gebotenen Demut umsetzte, wurde eine Vision, ein Traum für acht ivorische Frauen in ebenso vielen originellen Looks verwirklicht.
Fotograf*in: Lauréline Bopp
Aurélie Harazim, "PRESSURE"
Die Arbeit “PRESSURE” ist unter einem konzeptionellen Ansatz von verschiedenen Charakteren entstanden. Jeder einzelne der erschaffenen und entwickelten Charaktere beschreiben eine Stresssituation, die den jeweiligen Charakter an und über seine Grenzen bringt. Sie waren die Grundlage für die Entwicklung der Designs. Das Hauptaugenmerk der praktischen Arbeit liegt bei den aufwändigen gestressten Materialbearbeitungen, die in jedem Kollektionsteil zu finden sind. Zusätzlich zu Schneiderpuppen wurde auch an Menschen drapiert, um aus gezwungenen Körperhaltungen neue Formen zu erschaffen, die in die Schnittentwicklung übergegangen sind. Auch wurde computer-aided Design verwendet, um extreme Volumina und Schnitte zu erschaffen. In der Kollektion wird aber nicht nur der Stress und all das Negative, was mit Druck assoziiert wird aufgezeigt, denn jeder dieser Stressmomente und Grenzüberschreitungen prägen den Charakter auch im Positiven.
Fotograf*in: Isabelle Dingler
Daria Krasnykh, "L'art pour l'art - Mode und Kunst zwischen Zufall und Absicht"
L’art pour l’art - die Kunstbewegung nach der Kunst nur ästhetischen Kriterien genügen soll. Sie soll keinen sozialen, politischen oder religiösen Zweck erfüllen. Deshalb besteht der Reiz in der Kollektion darin, sich dem Grundgedanken “Kunst um der Kunst Willen” vollständig zu widmen. Die Formentwicklung entstand nach einer eigen entwickelte Theorie von Zufall und Absicht. Motive aus der Kindheit und vergangenen Kollektion finden sich wieder. Besonders wichtig war dabei der Schritt, über die Kunst, in Form von eigenen Aquarellen und Grafiken zu den Kollektionsteilen zu finden. Kunst schwankt so wie diese Arbeit immer wieder zwischen dem, was wir konzipieren und was sich uns scheinbar zufällig an den Orten zeigt, die wir für Inspiration aufsuchen, digital oder analog. Mit dieser Kollektion wird der Mittelweg zwischen Zufall und Absicht beschritten. Denn so, wie ein Kunstwerk aus l’art pour l’art nie in Reinform existieren kann, so können wir nicht bestreiten, dass all unsere Werke ein Produkt unserer Erfahrungen, tiefsten Bedürfnisse und unserem daraus resultierenden Verständnis für Ästhetik sind.
Fotograf*in: Daria Krasnykh
Marlène Meziane, "OMNIPHORIA"
Wir kennen es alle. Wenn es am ganzen Körper kribbelt, wenn wir nicht aufhören können zu lächeln, wenn das Herz schneller schlägt und wenn wir die ganze Welt umarmen wollen, dann, sind wir verliebt. Was passiert, wenn wir uns verlieben? Was passiert wenn Mode sich verliebt? Der Zustand des Verliebtseins ist ein komplexes Momentum. Sobald wir die rosarote Brille aufsetzen, übernimmt das Bauchgefühl das rationale Denken und wird zu etwas Unkontrollierbarem. Man wird nicht nur unzurechnungsfähig sondern gleichzeitig verhaltensauffällig. Eigentlich eine Universalerfahrung, die wohl jeder von uns schon mal durchlebt hat. Das Ziel der Kollektion ist es, romantische Gefühle und Emotionen durch eine persönliche Interpretation in eine neue gestalterische Form zu übersetzen. Die Kollektion „Omniphoria“ steht sinnbildlich für eine Verbildlichung von romantischen Gefühlen.
Fotograf*in: Katharina Fast
Hannah Schneider "the power of a name"
Die Kollektion "the power of a name" befasst sich mit der Bandbreite der strukturellen patriarchalen Gewalt gegenüber weiblich gelesenen Personen. Beginnend von den antrainierten patriarchalen Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit, die in einer hierarchischen Beziehung zueinander stehen, über die verbale Herabsetzung, der sexualisierten, psychischen, körperlichen und häuslichen Gewalt bis hin zum Femizid, der absoluten Eskalation. The power of a name. Wenn Betroffene das Schweigen brechen. Opfer, die zum Subjekt werden, vom Passiven ins Aktive, vom Privaten in die Öffentlichkeit gehen, in einer Scheinwelt lebenden patriarchal geprägten Gesellschaft. Das Ziel der Arbeit ist es das Problembewusstsein für die Bandbreite dieser noch heuten strukturellen Gewalt zu stärken. Außerdem soll Betroffenen Mut gemacht werden laut zu werden. Für mehr Solidarität, Unterstützung und Zusammenhalt.
Fotograf*in: Hannah Schneider
Aleyna Simsekoglu "Meliorism"
„ We cannot solve our problems with the same thinking we used when we created them.“ - Albert Einstein. Jeder glaubt zu wissen, was Nachhaltigkeit bedeutet und wie groß der Schaden ist, den die Bekleidungsindustrie anrichtet. Jedoch scheinen uns die Probleme dieser Industrie so weit entfernt, dass es kaum Auswirkungen auf unser Konsumverhalten zeigt. Mit der Kollektion Meliorism soll bewusst gemacht werden, dass die Erkennung des Problems, der erste Schritt zur Besserung ist. "Meliorism" steht für ein Konzept oder eine Strategie, die Mithilfe des Menschen, einen Wandel in der Welt herbeiführt. Die Inspiration dieser Kollektion beruht demnach auf der Bestandsnahme und Recherche über Nachhaltigkeit in der textilen Branche. Er dient als Verdeutlichung und Beweis dafür, dass die Welt durch Menschenhand verbessert werden kann und das alle (Designer, Entwickler und Konsumenten) Verantwortung dafür tragen müssen.
Fotograf*in: Merve Nur Sürmeli
Elisa Wenzel "Unutra"
Der Name der Kollektion Unutra bedeutet aus dem kroatischen übersetzt “innen”, “drinnen” oder auch “herein”, “hinein”. Damit wird schon im Arbeitstitel der Kollektion ein “Hineinblicken” suggeriert, nämlich das Hineinblicken in die Erinnerungen und somit in das “innere” eines Selbst. Unutra spielt mit den Erinnerungen drei unterschiedlicher Generationen, die sowohl durch positive als auch traumatische Erlebnisse, die Designentscheidung beeinflussten und anhand von wissenschaftlich erforschten Phänomenen der Gedächtnisforschung begründbar sind. Somit mischen sich Kindheitserinnerungen mit Bildern von Sommerurlauben und denen des Jugoslawienkrieges. Denn: Erinnerungen, egal ob unsere eigenen oder die anderer, können unsere Wahrheit verändern und unsere Identität beeinflussen. Alle Eindrücke, die wir in unserem Leben sammeln, auch die schönsten und emotionalsten, können fehlerhaft sein.
Fotograf*in: Elisa Wenzel
Eleonore Brive, "Next Fashion"
“Fashion has always celebrated the ingenuity of nature, from its organic shapes and patterns, materials and fibers, to the wide array of colours and textures. With the rise of fast fashion, the natural world is plundered for its resources, putting the relationship between fashion and nature under strain.” Dieses Zitat stammt aus der „Fashion for Good“-Ausstellung in Amsterdam für zukünftige und innovative Textilien in der Modeindustrie. Heutzutage herrscht ein Überfluss an Siegeln und verschiedensten Informationen zu sogenannten „nachhaltigen“ Materialen. Der Kunde verzweifelt an der Materialauswahl des Produkts und verliert dabei jegliches Gefühl, Wissen und Gespür für Qualität. Das Wissen über guter Verarbeitung für ein langlebiges Kleidungsstück verblasst über Generationen. Über eine Materialrecherche gab es eine Auseinandersetzung mit der Textilentwicklung. Damit ein Kleidungsstück über mehrere Jahre tragbar wird, müssen viele Parameter, wie Faserqualität, Herkunft, Verarbeitung, Form und Schnitt des Kleidungsstücks übereinstimmen. Dabei soll die Designsprache miteingeschlossen werden. Anhand der luhmannischen Theorie habe ich versucht, das komplexe Thema der Nachhaltigkeit unter meinen Bedingungen/Parametern zu selektieren und auf ein einfaches modulares System zu reduzieren. Durch die Herangehensweise von Systemen ist es möglich sich vom aktuellen Modesystem zu trennen und mit einem neuen System zu arbeiten. In diesem System sind die Verbindungen der Elemente in sich selbst modular. Das Design entsteht und interagiert aus drei Ebenen: der Design- bzw. Formsprache, dem Material und die vom Designer ausselektierten Nachaltigkeitsaspekte. Die jeweiligen Elemente werden aus einer Ebene jeweils zu einem Cluster vereint und später in die Einzelteile der Kollektion reinterpretiert. Ziel der Kollektion ist es, einen Lösungsvorschlag zur Problematik der Nachhaltigkeit in dem aktuellen Modesystem vorzustellen: eine langlebige und nachhaltige Kollektion.
Isabelle Dingler, "DeGender Fashion"
Die Kollektion „DeGender Fashion“ befasst sich mit dem Prinzip Mode vom Konstrukt Gender zu lösen und neuartige Looks zu erschaffen, die nicht mehr primär nur einem Geschlecht zugeschrieben werden können, sondern eigenständig und an allen Körpern funktionieren. Diese Arbeit ist mit der Intension entstanden, aufzeigen zu wollen, dass weder Kleidung noch Mode ein Geschlecht hat und von jede*m getragen werden kann und dass die vorherrschende Binärität in der westlichen, industrialisierten Gesellschaft und dem dazugehörigen, heteronormativen Kleidungssystem obsolet ist und umgedacht werden sollte. Es ist längst an der Zeit Mode neu zu denken, komplett zu „entgendern“ und sich auch außerhalb der Modewelt von dem Gedanken, dass Geschlecht ein rein binäres System sei, zu verabschieden. „DeGender Fashion“ soll eine Veränderung in der Modebranche vorantreiben, weg von festgefahrenen Konzepten wie „Womenswear“, „Menswear“ und „Unisex“, hin zu einem System, welches nicht mehr kategorisiert, weil es einfach genderneutral ist und somit weder ausgrenzt noch diskriminiert und für jede*n funktioniert.
Philipp Eyselein, "following poppy lascelles"
following poppy lascelles ist ein szenographisches Kollektiv vestimentärer Objekte, die in der Verbindung mit Musik, Film und Projektion zu einem Gesamtkunstwerk werden, dass auf der Bühne eine Welt abseits der entzauberten Realität schafft, in der der Zuschauer in den wahnsinnigen Traum absteigt: Dem Kult des Dionysos.
Inspiriert von Nietzsches Geburt der Tragödie und der Figur Poppy Lascelles aus dem Videospiel „Cultist-Simulator“ entstand so eine Arbeit, deren Taumel sich in Fabelwesen und Konzepten aus dem Göttermythos äußert, in die statuenhafte Welt des Apollo gebannt. In diesem Bruderbund vereinigen sich Gegensätze: Schön und Schrecklich, Wahnsinn und Schönheit, Mensch und Tier, um den Betrachter eine notwendige Flucht aus einem Alltag zu bieten, der das Heilige verbannt hat und nur dem Optimismus der Wissenschaft folgt, der an vielen Stellen an seine Enden gekommen ist.
Greta Grinkeviciute, "Fashion.Startup.Creator"
Die Modewelt befindet sich stetig im Wandel und steht vor vielen Herausforderungen. Die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit stehen im Fokus. Durch digitale Designprozesse lassen sich Kollektionen effizienter planen und entwickeln, Kosten minimieren und auch die Nachhaltigkeit lässt sich steigern. All das führt dazu, dass sich ein angehender Modedesigner im digitalen Zeitalter mit diesen Themen auseinandersetzen muss. Es gibt so viele Gründer, die großartige Ideen und Visionen haben. Doch vielen fehlt das unternehmerische Know-how. Die Voraussetzung für das Betreiben eines erfolgreichen Modelabels sind 90 Prozent unternehmerische und 10 Prozent künstlerische Fähigkeiten. Aus diesem Grund scheitern so viele Neugründungen in der Kreativbranche. Um das zu ändern habe ich eine moderne App mit dem Namen „Fashion.Startup.Creator“ für angehende Designer visualisiert. Die App soll den Designern als Unterstützung für die Erlangung der existenziellen und unternehmerischen Fähigkeiten dienen. So können angehende Designer aus Fehlern anderer Gründer lernen und Schritt für Schritt ihr eigenes Label erfolgreich aufbauen.
Stella Muriel Müller, "Partnerlook & Michelangelo Phenomenon"
Stella Muriel Müllers Bachelor Kollektion mit dem Titel „Partnerlook & Michelangelo Phenomenon“ basiert auf den Themen Zweisamkeit, Beziehungen und Selbstbewusstsein und Wahrnehmung. Daraus hervorgehend kreierte sie modulare, überwiegend unisexe Looks für Paare, Freunde und Partner, die optisch ein Gesamtbild ergeben und trotzdem Rekombinationen und Personalisierungen zulassen. Stellas Rolle als Designer ist dabei vergleichbar mit der eines DJs, da sie die Partnerlooks jedes Mal von neuem wie Tracks miteinander „mixt“, um einen fließenden Übergang zu erzeugen und die charakteristischen Teile beider Looks am besten hevorzuheben. Die gesamte Kollektion besteht aus verschiedensten Stoffen, die sie mit ihren eigenen Designs bedrucken ließ.Das Thema Partnerlook ist im Rahmen von R22MiE zu betrachten, Stellas Marke, die sie 2021 in Mailand als gemeinsame Wear für ihre Erasmuscommunity gründete. Das Work R22MiE leitet sich von Roomie ab, wobei die 22 für die ehemalige Hausnummer und somit den Schlüssel zum Herzen steht. Passender Weise ergibt sich beider Spiegelung einer der beiden 2er ein Herz aus der 22. Dieses Logo steht stellvertretend für die Liebe, die der Partnerlook visuell ausdrücken soll, denn es ist eine Entscheidung für eine gemeinsame Wear, für ein visuelles Gesamtbild und somit eine Geste der Zusammengehörigkeit. Das Michelangelo Phänomen besagt, dass zwei Partner gegenseitig das Potential des anderen erkennen und bestärken und sich somit wie Skulpturen des Michelangelo gegenseitig hin zum ideal formen. Diesen Anspruch übertrug Stella auch auf ihre Kollektion in 2022, indem sie nach ihrer Vorstellung den idealen gemeinsamen Look als einen modularen definierte, da er durch zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten zugleich spielerische Freiheit und Entfaltung beider Partner gewährleistet.
Sophie Peschanel, "may.be"
Das Projekt "may.be" von Sophie Peschanel beschäftigt sich mit dem Thema der passiven Todessehnsucht. Die Kollektion setzt diese in ein Stimmungsbild, welches sich durch seine „wegdriftende“ Formen, dumpfe Farben und die Verschiebung bekannter Elemente auszeichnet. Die Materialauswahl, die Schnitt- und Linienführung und die Muster weisen eine Art „Verrücktheit“ (im eigentlichen Wortsinn) auf. Somit werden die Gefühle der mit Todessehnsucht lebenden Persona nach außen gekehrt. Für Betrachter wird die psychische Verfassung des Trägers sichtbar. Alles beginnt zu Verblassen, ist jedoch nicht verblasst. Hat sich nicht aufgelöst. Somit bleibt die Möglichkeit des weiteren „fading away“, der Persona und mit ihr der Kleidung bestehen, ist jedoch nicht gegeben. Es bleibt unklar, was mit der Persona geschieht. Ob sie weiter in die Todessehnsucht abdriftet. Ob die Melancholie, Lethargie und Apathie die Überhand gewinnen. Eine Auflösung der Situation gibt es nicht. Sie ist vielleicht. Sie ist may.be.
Jessica Reißfelder, "Expand"
Der Mensch ist ein "Mängelwesen", so Konrad Lorenz. Wir haben keine Körpereigenen Schtzmechanismen entwicklet, was im Straßenverkehr ein besonderer Nachteil ist. Gerade als leidenschaftlicher MotorradfarerInn möchte man bei der Freude am Fahren keine Abstriche machen. In der Tierwelt hingegen entwickleten sich ausgeklügelte Schutzmechanismen um ihr Überleben zu sichern. Eine besonders gute Strategie hat das Schuppentier entwickelt. Bei drohender Gefahr rollt es sich zusammen und stellt somit seine Schuppen auf. Für den Jäger ist es so unmöglich an sein zartes Fleisch zu gelangen, es wirkt wie eine Kugel verhärtet mit scharfkantigen Schuppen. Die augenscheinlich Überlappende Struktur zieht sich also bis in die kleinste Ebene des Panzeraufbaus durch und sorgt für außerordentliche Bruchstabilität. In der Bachelor Kollektion "Expand" habe ich mir die Frage gestellt, wie man diesen Mechanismus nutzen und ihn auf den Menschen übertragen kann. Zudem habe ich an einer innovativen Airbaglösung geforscht. Im Alltag ist dieser eins mit dem Textil, unscheinbar und bequem, nur im Ernstfall schnellt er heraus.
Tugba Topcu, "What do you want to be when you grow up?"
What do you want to be when you grow up?" ist inspiriert von meinen Wurzeln. Um die Frage zu beantworten, musste ich erst herausfinden, wer ich bin. Ich erinnere mich an meine Herkunft und versuche so, meine Ankunft als Antwort auf die Frage zum Ausdruck zu bringen. Inspiriert durch die Eindrücke und Souvenirs von dem Heimatdorf meiner Familie Ilisu Kasabasi, welches zu der Region Kappadokien gehört. Die Inspirationen aus meinem Heimatdorf sind essenzieller Bestandteil dieser Kollektion, denn die Kollektion spiegelt mein Gefühl von Heimat wider. Alles, was ich auf meiner Reise zurück zu meinen Ursprüngen begleitet hat, sollte noch einmal rückblickend vorbeiziehen, um wieder daran erinnern zu lassen, wo die Reise begonnen hat. Wer möchten wir sein, wenn wir groß sind? Wir hören nie auf zu wachsen. Es ist eine ständige Reise. In meiner Reise ist meine Herkunft meine Ankunft.
Corinna KOLTER "n:einheit"
Die Kollektion "n:einheit" bezieht sich auf die EU und die ihr gegenüber immer stärker werdende Skepsis sowie die in ihr wachsenden nationalistische Strömungen. Ziel war es ein stärkeres Bewusstsein für das erneute Aufflammen nationalistischen Gedankengutes innerhalb der EU zu erlangen und gleichzeitig die Möglichkeit zu bieten von einem gemeinschaftlichen Europa ohne Grenzen zu träumen. Hauptbestandteil der Kollektion sind Elemente verschiedener Trachten kombiniert mit Komponenten aus der europäischen Fußballszene. Sowohl die Tracht als auch der Fußball können Zugehörigkeit ausstrahlen und vereinen, gleichzeitig aber auch instrumentalisiert werden um auszugrenzen. Dabei wurden sowohl die Tracht als auch der Fußball aus seinem regionalen Zusammenhang gelöst und entkräften den durch Nationalpopulisten immer wieder geforderterten Schutz der nationalen Kultur und Tradition. Zum einen durch die Erkenntnis, dass es ohnehin schon viele Gemeinsamkeiten gibt, zum anderen, dass durch einen gemeinsamen Austausch und die dadurch entstehende Vielfalt nichts verloren gehen muss, sondern es zu einer Aufarbeitung der nationalen Kultur kommen kann, die ihren ausgrenzenden Charakter verliert.
Fotografin: Celine Warta
Clelia Schäfer "ENTER THE VOID - surreal, so real?"
Die Abschlusskollektion mit dem Titel „ Enter the Void- surreal, so real?“ basiert nicht nur auf meinen persönlichen Träumen, sondern auch auf eigenen Erfahrungen, Gedanken und Gefühlen zum den Themen Schlaflosigkeit, Bewusstsein, Unterbewusstsein, Leistungsdruck, Medikation und Rausch. Für die Recherche waren auch die Erfahrungen der Menschen in meiner Umgebung von großer Bedeutung. Seit Freuds ersten Theorien zu Träumen im Zusammenhang mit der menschlichen Psyche weiss man, wie stark sich Träume, Unterbewusstsein und Bewusstsein gegenseitig beeinflussen. Hauptsächlich geht es darum, zu erkennen wie sich langjährige Traumata, die tief ins Unterbewusstsein verdrängt wurden, durch die Fähigkeit zu träumen wieder Ihren Weg ins Bewusstsein zu finden können, um vearbeitet zu werden. Man muss sie nur lassen!
Eva Häuser "Otherworldly"
Wir alle fliehen. Von Zeit zu Zeit. Sind wir hier. Aber nicht wirklich. Eskapismus beschreibt das Phänomen der Flucht aus der Realität in eine imaginäre Scheinwirklichkeit. Wir verschließen die Augen vor der Wirklichkeit und verlieren uns in Welten voller Fantasie, Genuss, in Tagträumen oder Wunschvorstellungen. Besonders in Krisensituationen und ungewissen Zeiten neigen wir Menschen zu dieser Flucht ins Imaginäre. Die Abschlusskollektion „Otherworldly“ visualisiert zwei Arten der Flucht, die für die Zeit des Lockdowns in der Corona Pandemie besonders kennzeichnend waren. Während wir uns auf der einen Seite wieder verstärkt in die Natur sehnten und begannen diese zu idealisieren, zogen wir uns aufgrund von gesellschaftlichen Beschränkungen immer mehr zurück um in virtuelle Welten abzutauchen. Die erste Flucht „Escape To Arcadia“ beschreibt einen Tagtraum in einen Paradiesgarten, einen Ort der Harmonie, Sinnlichkeit und Ausgelassenheit. Die zweite Flucht namens „Virtual Escape“ zeigt das Eintauchen in virtuelle (Spiel-)Welten. Beide Welten fusionieren in der Kollektion und bilden eine neue Einheit. In einer virtuellen Sehnsuchtslandschaft entsteht eine digitale Romantik.
Katharina Fast "THE GAME - Eine konstruierte Performance"
„Tales of a broken lamp“ – Die Umgebung des Life Action Role Play gleicht einer mysteriösen Unterwasserwelt. Die Spieler:innen beginnen das Spiel als Tauch-Expeditionsgruppe. Geschmückt von surrealen Unterwasserwesen, zieht sich der Weg immer tiefer durch die seltsame Umgebung zieht. Währenddessen wird es immer dunkler und es gibt ein großes Problem: Alle Lampen sind kaputt. Der einzige Weg, die Welt zu erkunden ist es, durch Mini-Games und andere performative Aufgaben an die leuchtenden Unterwasserwesen zu kommen. Der Tauchanzug dient zur Adaption dieser Objekte. Das K.haus Collective entwickelte dieses Spiel um eine Art Schnittstelle zwischen Kostüm- und Gamedesign zu erschaffen. Durch Re- und Upcycling Techniken wird ein ressourcenschonender kreativer Prozess ermöglicht. Das Collective arbeitet zu großen Teilen mit bekleidungsuntypischen Materialien, wie z.B. Plastik und anderen Industrieabfällen. So soll ein Bewusstsein für die ansteigende Umweltverschmutzung geschaffen werden.
Sophia Heck “IL.LUX.ION"
Alles, was lebt, lebt im Licht alles, was existiert, strahlt Licht aus. Alle Dinge empfangen ihr Leben vom Licht, und dieses Licht ist in seiner Wurzel selbst Leben. – Paracelsus Der Titel "IL.LUX.ION" bildet sich aus der Verschmelzung des Wortes "Illusion" und des lateinischen Wortes "lux". Licht und Farbe stehen in direktem Zusammenhang, denn ohne Licht ist keine Farbe zu sehen. Farben sind nichts Absolutes und sind ständiger Veränderung ausgesetzt. Das Licht der Sonne nehmen wir als weißes Licht wahr, doch hierbei handelt es sich um eine Illusion. Beim Betrachten eines weißen Gegenstandes, reflektiert dieser Gegenstand alle Lichtwellen und somit werden alle drei Farbrezeptoren im Auge gleichmäßig stimuliert. Die Rezeptoren unserer Netzhaut können nur einen kleinen Bereich des Lichtes verarbeiten. Dieser Bereich ist begrenzt auf die sieben Spektralfarben. Wie wir Farben empfinden, hängt von unserer subjektiven Wahrnehmung und persönlichen Erfahrungen ab. Doch es gibt archetypische Assoziationen zu Farben, die universell ähnlich empfunden werden. Alles auf der Erde ist Schwingung, somit ein Ton und eine Farbe, wie Paracelsus schon sagte.
Claudia Walter "Room of Wonders: HYBRIDSFERIA"
Was ist meine Wahrheit, wenn ich Traum und Erinnerung nicht mehr unterscheiden kann? HYBRIDSFERIA /СФЕРИЯ ist der Ort des Selbst. Die Zwischenwelt, in der sich die hybrid-nationale Identität zwischen den Stufen der kulturellen Initiaton entfaltet. In ihr vermischen sich Erinnerung, Traum, Farben und Formen zu einem hybriden Märchen, in dessen Handlung die Heldenreise zur bikulturellen Identiät zum zentralen Thema wird. Room of Wonders: HYBRIDSFERIA ermöglicht es diesen ganz persönlichen Mikrokosmos visuell und physisch erleben zu können. Es entstehen Hybride aus Kindheitserinnerungen an starke, weibliche Vorbilder und Abbildungen persönlicher Folklore, sowie Handwerkstechniken der deutschen Großmutter und Kleidung der russischen Mutter.
Fotografinnen: Laila Eby, Abarna Kugathasan, Claudia Walter
Sara Citella ROOM OF WONDERS: "che Mirabilia!"
Die Bachelor Kollektion ROOM OF WONDERS:"che Mirabilia!"entsteht aus der Idee,das expositive Modell der Wunderkammer mit dem des Concept Stores zu verbinden und wirkt wie eine Ausstellung,die Mode,Artefakte,Fotografien und Zeichnungen beinhaltet. Diese haben die Funktion, den Betrachter zu erstaunen und durch ihre verstreute Anordnung neue Emotionen und unerwartete Zusammenhänge zu wecken. Gleichzeitig sind sich die Besucher bewusst,dass sie sich in einem Raum befinden, der der Präsentation und dem Verkauf von Produkten gewidmet ist und der den neuen Status eines Wunder Stores annimmt. In diesem Jahr der Pandemie hat sich mein Aktionsradius plötzlich sehr eingeschränkt und mein Interesse hat sich auf meine italienische Herkunft konzentriert, einschließlich der Charakteristika, Symboliken und Gesten meiner Familie und der Orte, an denen ich geboren und aufgewachsen bin. Zusammen mit der Verwendung traditioneller Techniken wie Häkeln und der Zusammenarbeit mit lokalen Textilfirmen war dies der effektivste und wahrhaftigste Weg, um die zeitgenössische Natur dessen, was ich lebte, zu reflektieren.Das"che Mirabilia!"FASHION MOVIE wirkt dann als Bindeglied zwischen Inhalt und Recherche.
Abarna Kugathasan "Room of Wonders: DIASPORA FANATISM"
Die Abschlusskollektion „ Room of Wonders: DIASPORA FANATISM“ basiert auf meiner Familiengeschichte, das Aufwachsen zwischen zwei unterschiedlichen Kulturen und die Entstehung einer transkulturellen Heimat. Getrieben von der Sehnsucht nach einer unerreichbaren Heimat, schafft die Diaspora einen künstlichen Zufluchtsort. Nostalgie wird ausgedrückt, Kulturen verschmelzen und neue Traditionen werden geboren.
Maria Welter "RE/VENTIA"
Heutzutage wird Nachhaltigkeit als Selling Point immer wichtiger in der Westlichen Textilindustrie. Unser der zeitiges Textilwirtschaftsmodel sieht vor Kleidung in der dritten Welt günstig zu produzieren und dann an die großen Europäischen Handelsmärkte zu verkaufen. Viele stabile afrikanische Länder machten nicht mehr als „Spendenbüchse der ersten Welt“ gesehen werden, sondern als aktive und attraktive Handelspartner. Diese Abschlussarbeit beleuchtet die Textilproduktion in Madagaskar und zeichnet eine Alternative für eine faire und nachhaltige Handelskette auf. Handel statt Hilfe leitet die neue Handelsdevise ein. Während der Bachelor-Recherche ist Maria auf das Traditionsreiche Textil Lamba gestoßen. Die Ästhetik der gestalteten Kleidung ist dabei an die schwingenden Lambas ausgerichtet. Ziel der wirtschaftlichen Modells ist es diese Textile Tradition zu erhalten und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Fotografin: Celine Wartha
Tobias Tengler "iNter"
Soziale Medien haben das System der Mode verändert. Wir schauen keine Mode mehr, sonder Mode Bilder. Diese Kollektion beschäftigt sich also mit der Multimedialität der Mode. Social Media Phänomene werden untersucht und visuell aufarbeitet.Zur Erstellung wurden verschiedenste verfahren verwendet, 3D Scans und Textil Animation/Simulation und KI zur Stellung ganzer Looks und Muster.
Helin Dogan "Daughter of two immigrants"
Insbesondere Menschen mit Migrationsgeschichte befassen sich mit der Fragestellung: „Wer bin ich und wer will ich sein?“ Diese Fragestellungen gewinnen in einer Zeit der Globalisierung vielschichtig an Bedeutung für die Gesellschaft unabhängig von der klassischen Migrationsgeschichte. Besonders in der Mode werden diese Fragestellungen der Identität und deren Einflüsse immer wieder neu diskutiert, analysiert und bewertet. Bei dieser Identitätssuche durchlaufen Menschen einen Emotionsprozess, auf welche sich diese Thesis konzentriert. Dieser Verlauf der Identitätssuche wird in dieser Arbeit mit fünf Stadien (Zwang / Kampf / Identitätskrise / Wut / Freiheit) herausgearbeitet und mit einer Kollektion visualisiert. Dabei greift die Kollektion folgende Schwerpunkte auf: Contemporary Dance, Farbausdruck, Form und Materialästhetik.
Fotograf: Max F. Nehlich
Jan Hartmann "SYS-OFF"
Wir meinen unabhängig und selbstbestimmt leben und agieren zu können und werden mehr von Ihnen bestimmt als es uns bewusst oder auch lieb ist. Sie bieten Ordnung und Strukturen- und damit Sicherheit. Die Rede ist von Systemen. Die Familie ist eines der ältesten Funktionssystemen und innerhalb gibt es oft deutliche Struktur, Funktionen und Rollen. Ausschlaggebend für die Kollektion war die ,,traditionelle’’ Rolle der Ehefrau und Mutter in der Familie. Durch Irritation, Störung, Auflösung oder ironische Übertreibung von traditionellen Bildern wird das vermeintliche ,,Klischee’’ von ,,Hausfrau, Ehefrau und Mutter’’ aus einer anderen/defekten Sicht gezeigt. Ästhetische Inspiration der Kollektion SYS-OFF waren die 50er Jahre und den damaligen Vorstellungen der Frauenrolle mit ihren Aufgaben in der Familie.
Rosalie Roth "Disappearing Fashion"
Disappearing Fashion, das Verschwinden, Entschwinden der Mode, der Kleidung. Kleidung die im Altkleidercontainer verschwindet und im Verarbeitungsprozess ihren Wert verliert. Wie kann diese Ressource genutzt werden und einem Kreislaufsystem zugefügt werden?Diese Arbeit beschäftigt sich mit alltäglichen Textilabfällen der Konsumenten, die als Schredderfaser wieder in ihren Alltag treten, jedoch nicht in Form von Kleidung. Disappearing Fashion ändert die Perspektive auf Altkleiderverwertung, greift in Prozesse ein und verfolgt ein ökologisch wertvolles Kreislaufsystem. Diese Arbeit ist eine Zukunftsvision und soll beispielhaft zeigen wie das Verwenden von eigentlich wertlosen Produkten wieder zu einem hochwertigen Baustein einer Produktion werden kann.
Fotograf: Niklas Muth
Jenny Nguyen "Voice - Over"
Stimmen sind Teil unseres Lebens. Die innere Stimme bezeichnet man als eigenen Grundton. Der Grundton ist die innere Intuition, die einem dazu verhilft seine Identität weiterzuerforschen. Für diese Kollektion wird der Fokus auf die eigene Grundstimme gelenkt. Das Konzept beruht somit auf dem Zusammenspiel zwischen mehreren Stimmen und einer Grundstimme. Es findet ein Voice-over statt, bei dem Stimmen sich überlagern. Die Originalstimme, die weiterhin hörbar ist, bildet einen Gleichklang mit den anderen Tönen. Jenny Nguyens Kollektion verkörpert das Wechselspiel verschiedener Tonhöhen, ohne dabei ihre Tonfrequenz zu verlieren. Eine Kollektion, die verschiedene Einflüsse nutzt, um daraus ihre eigene Ästhetik zu bilden, sodass der Rezipient nur eine Stimme herauszuhören glaubt.
Fotografin: Celine Warta
Larissa Pascale Binder "my haters are like stars - nobody can count them"
„my haters are like stars - nobody can count them“ – eine Auseinandersetzung mit vielen Fragen zu Ungerechtigkeiten, Sorgen um die Umwelt, Ängsten um die Zukunft – ein Konzept, dass mit den Mitteln und Möglichkeiten der Mode für einen gestalterischen Versuch steht, nachhaltige Lösungs- und Designideen zu realisieren – eine Kollektion, die diese Ideen auf unterschiedlichen visuellen, sowie am eigenen Körper erfahrbaren Ebenen darstellt. Im Fokus standen relevante Fragestellungen zu komplexen gesellschaftlichen Zusammenhängen und eine kritische Beschäftigung damit. Ziel war es, diese nicht nur oberflächlich und offensichtlich zu bearbeiten. Die Kollektion ist ein Vorschlag, alternative Vorstellungen und Wege mit Mode zu kommunizieren, kommentieren und Widerstand zu zeigen.
Fotograf: Marc Lunardi
Amanda Daum „Spanish soul“
Die Kollektion ist eine klassische Bekleidungskollektion. Sie verleiht ihrer Trägerin Stärke, Selbstbewusstsein und Weiblichkeit beim Tragen. „Spanish soul“ heißt übersetzt „spanische Seele“ und steht für die spanischen Wurzeln der Designerin Amanda Daum, welchen den kulturellen Hintergrund und die Identität in der Abschlusskollektion zeigen sollen. Die Inspiration kommt aus dem „Flamenco“ und zeigt auch Züge aus dem Stierkampf. Die Kollektion ist für jede starke Frau und auch für jede Frau, die sich stark fühlen möchte.
Cecilia Finking "exist realism"
Der Versuch, den Surrealismus von heute zu erfassen, wurde zu einer Auseinandersetzung mit den Sozialen Medien und der heute weltumgreifenden Sprache- den Bildern aus den Sozialen Medien. Sie werden mit Grimassen, Filtern und Bearbeitungen verändert und geben den Usern auf einer neuen Ebene einer (Sur-)Realität ein neues Ich. Ihr Sein wird gefiltert und jeder entscheidet selbst, wann und wie viel gefiltert und gezeigt werden soll. Adaptiert aus dem Surrealismus, wurde die Herangehensweise, der Weg zur Kollektion, unterstützt durch das Filtern von Farben und Formen, der Schwerpunkt der Arbeit. Verstärkt durch technische Filter, wurde dies zu einem Wechselspiel aus bewussten und unbewussten Entscheidungen. Ein betreten und verlassen einer analogen oder digitalen Realität. Ein exist und exit realism.
Sabrina Ohm "l'heure coloriée"
Willkommen in "l'heure coloriée" - Willkommen in der "Alternativen Wirklichkeit". "L'heure coloriée" wurde als fiktiver Rauschbegriff entwickelt, der ein positives Ausstiegs-Konzept beschreibt, entgegen der toxischen Vorstellung die von Medien und Politik suggeriert wird. Diese Art von Rauscherfahrungen tauchen seit je her immer wieder in der Geschichte auf. Von der Dionysischen Ekstase in der Antike bis hin zum Freizeit-Kult auf dem Rummel, wie wir ihn heute kennen. Durch die extrastimulante Technik der gezielten Reizüberflutungen entsteht eine "Alternative Wirklichkeit", die von einer Eigengesetzlichkeit geprägt ist. Unter dieser Vorstellung wurde die Kleidung selbst durch das Karussell gejagt und in einen Rausch versetzt, um dieses Phänomen zu illustrieren.
Luisa Heinermann "genug"
Der Impuls eine Art visueller Tinnitus. Reize die uns permanent überfluten. Ist es nicht längst genug? Genug definiert den Bereich des ausreichenden- "es reicht aus"...oder viel eher: "es reicht!" Ein entwickelter Prozess die Ästhetik des Genügenden zu erforschen. Genug ist genug. Genug als Konsequenz.